Dokumentarfilm |

Polnische Filmnacht: „Grenzland – eine Reise“ – Thalia Kino | Alle Veranstaltungen

 

Regie: Andreas Voigt,
Dokumentation, D 1992, 90 min, OF –

Vor genau 25 Jahren beschlossen Deutschland und Polen im „Vertrag über gute Nachbarschaft und freundschaftliche Zusammenarbeit“ aus dem jahrzehntelangen Nebeneinander ein freundschaftliches Miteinander zu machen. Doch wie sah dieses Miteinander in der Realität aus? Wie nahe standen sich Polen und Deutsche kurz nach dem politischen Umbruch in Mitteleuropa? War die Oder-Neiße-Linie immer noch eine Trennlinie oder inzwischen zu einer verbindenden Nahtstelle geworden?

Andreas Voigt hat zu jener Zeit des Auf-, Um- und Abbruchs den Grenzstreifen bereist. Er besuchte Straßenmärkte, Grenzübergänge, Wohnzimmer, Nachtklubs, Fabriken und Kneipen und traf dabei Nazis, Vertriebene, Bauern, Alkoholiker, Imbissbudenbetreiber, Schiffskapitäne …, kurz: einen Querschnitt der Gesellschaft. Sein dokumentarischer Essay über die Befindlichkeiten beiderseits der Flüsse schaut den polnischen und deutschen Bewohnern des Grenzlandes tief in die Augen, hört ihnen aufmerksam zu und lässt sie ihre Geschichten erzählen – von offenen Wunden, sozialem Auf- und Abstieg, Zukunftsangst, Neuanfängen und dem Leben in einer Gegend, die auch heute noch oft eher als provinzielle Randlage statt als Begegnungsort der Kulturen wahrgenommen wird. Dabei liegt das ehemalige „Ende der Welt“ doch jetzt mitten in Europa.

Der Grimme-Preisträger Andreas Voigt (geb. 1953) studierte Physik in Kraków und spricht fließend Polnisch. Nach seinem Regiestudium in Potsdam-Babelsberg arbeitete er für die DEFA und ist nach deren Ende freischaffender Autor und Regisseur. Bekannt wurde er u. a. durch seine „Leipzig-Filme“ – der bislang letzte der sechs Teile „Alles andere zeigt die Zeit“ war 2015 Eröffnungsfilm des Festivals DOK Leipzig.

quelle polnische kulturtage