Malerei/Grafik/Zeichnungen |

RALF KERBACH WELTINNENRAUM MALEREI – Städtische Galerie Dresden - Kunstsammlung | Alle Veranstaltungen

 

Der Künstler Ralf Kerbach
hat ein malerisches Werk von Rang geschaffen, und es ist bei Weitem noch nicht abgeschlossen. Geboren 1956 in Dresden, studierte er ab 1977 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden bei Prof. Gerhard Kettner, bis man ihn 1979 zur Exmatrikulation drängte. 1982 siedelte er nach West-Berlin über. 1986/87 erhielt er ein Stipendium in Olevano/Italien. Bis 1990 lebte er in Dio-et-Valquières bei Montpellier/Frankreich. 1991 reiste der Künstler als Stipendiat der Deutsch-Brasilianischen Sommerakademie nach João Pessoa/Paraíba, Brasilien. Seit 1992 ist er Professor für Malerei und Grafik an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Ralf Kerbach lebt und arbeitet in Biesenthal bei Berlin und in Dresden.

Das Werk Ralf Kerbachs
Gemälde bauen auf den Traditionen der figürlichen Malerei auf und beruhen auf einem genauen Studium alter wie neuerer Meister. Thematisch basieren sie auf persönlichen Erlebnissen, gehen aber in ihrer Wirkung weit über die eigene Biografie hinaus: Sie bringen zeichenhaft existenzielle menschliche Erfahrungen zum Ausdruck. Durch seinen souveränen Umgang mit der Farbe als grundlegendem bildnerischen Ausdrucksträger und der beharrlichen Befragung des menschlichen Schicksals führt Ralf Kerbach die besten Seiten der malerischen Tradition in Dresden fort.

Die Ausstellung
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die meist großformatigen, neoexpressiven Gemälde, die der Künstler in den privaten wie gesellschaftlichen Umbruchjahren der 1980er und 1990er geschaffen hat. Mit dem Weggang aus seiner Geburtsstadt Dresden und seiner Emigration aus der DDR nach West-Berlin im Jahr 1982 begann für Ralf Kerbach eine malerische Auseinandersetzung mit den Erfahrungen von Verlassenheit und fundamentaler Erschütterung, für die er eine eigene Bildsprache fand. Einschneidend wirkten sich der Mauerfall, der Tod seiner Mutter sowie seines Freundes Michael Rom, aber auch die Enttarnung von Sascha Anderson aus, mit dem Ralf Kerbach eng befreundet war, sowie die Rückkehr nach Dresden 1992. All diese Erlebnisse setzte der Künstler malerisch um. Hoch aufgerichtet stehen verletzte, brennende und beladene Riesen in menschenleeren Landschaften. Die Gestalten sind keine Abbilder, sondern eigene Realitäten, die ihre Kraft aus der Gebundenheit des Körpers und der Erregung der Farbe ziehen. In der Ausstellung werden 25 Werke aus den Jahren 1982 bis 2014 gezeigt, die meisten davon sind den 1980er und 1990er Jahren entstanden. Ausgewählte neuere Arbeiten verweisen auf das heutige Schaffen des Künstlers.