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Richard Guhr – zwischen Wagnerkult und Naturidyll – Richard-Wagner-Stätten Graupa - Jagdschloss | Alle Veranstaltungen

 

Richard Guhr – zwischen Wagnerkult und Naturidyll


Richard Guhr – Der große Weltenbrand, 1922 Weitgehend unbekannt blieb jedoch Guhrs um 1912 verstärkt einsetzende Hinwendung zur Malerei. Beispiellos steht hierbei die über mehrere Jahrzehnte hinweg entstandene „Wagner-Ehrung“ von über einhundert Bildern – seinerzeit ausgestellt im Schloss Albrechtsberg, Dresden – die am 13. Februar 1945 zerstört wurde. Nach dem Krieg wurde Guhr nach einer wahrhaften Odyssee in Höckendorf im Osterzgebirge ansässig. Hier begann der Künstler, hochbetagt, unter schwierigsten Bedingungen die „Wagner-Ehrung“ noch einmal zu malen. Guhr starb 1956 und sein Werk geriet in Vergessenheit. 

Die gemeinsame Sonderausstellung der Richard-Wagner-Stätten Graupa und des Stadtmuseums Pirna widmet sich zwei grundverschiedenen Schaffensphasen Guhrs, obwohl die zu sehenden Bilder im gleichen Zeitraum (wieder-) entstanden. Während in den Richard-Wagner-Stätten Graupa der farbintensive und extrovertierte Bilderzyklus der „Wagner-Ehrung“ zu sehen ist, sind es im Stadtmuseum die zurückhaltenden, stillen Landschaftsbilder und Portraits seines Spätwerks.

Die Idealisierung und Verherrlichung Richard Wagners, das Eindringen in dessen Geisteskosmos und Gedankenwelt begleiteten Guhr bis an sein Lebensende. Dabei bediente er sich christlicher und buddhistischer Elemente ebenso wie des keltischen Mythen- und Sagenkreises um den Zauberer Merlin und den Heiligen Gral – ein Weltenspektakel, verortet in der Sächsischen Schweiz. Spektakulär ist dabei auch Guhrs Farb- und Formgebung, die stark an die ja erst wesentlich später einsetzende Pop Art erinnert. Im Kontrast dazu gestaltet sich das späte Werk Richard Guhrs. In introvertierter, naturalistischer Weise und in gedeckten Farben bildet es die Landschaft des Osterzgebirges ab und hält dessen Bewohner und das schlichte dörfliche Leben fest.
 

Richard Guhr (1873 – 1956)

Einer der eigenwilligsten und in der Bewertung kompliziertesten Künstler des frühen 20. Jahrhunderts war der 1873 in Schwerin geborene Richard Guhr. Guhr wurde bekannt als Schöpfer dekorativer Bauplastik, so etwa am berühmten Hotel Adlon in Berlin. Für unsere Region am bedeutsamsten sind sicherlich die Figur des goldenen „Rathausmannes“ auf dem Dresdner Rathaus, welche Guhr 1908 schuf und das 1911/12 entworfene Richard-Wagner-Denkmal, dass in den 1930er Jahren im Liebethaler Grund zur Aufstellung kam.
Weitgehend unbekannt blieb jedoch Guhrs um 1912 verstärkt einsetzende Hinwendung zur Malerei. Beispiellos steht hierbei die über mehrere Jahrzehnte hinweg entstandene „Wagner-Ehrung“ von über einhundert Bildern – seinerzeit ausgestellt im Schloss Albrechtsberg, Dresden – die am 13. Februar 1945 zerstört wurde. Nach dem Krieg wurde Guhr nach einer wahrhaften Odyssee in Höckendorf im Osterzgebirge ansässig. Hier begann der Künstler, hochbetagt, unter schwierigsten Bedingungen die „Wagner-Ehrung“ noch einmal zu malen. Guhr starb 1956 und sein Werk geriet in Vergessenheit.

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