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Rückkehr in die windige Stadt – Programmkino Ost (PKO) | Alle Veranstaltungen

 

„Unsere Familie lebte in fünf Staaten: Wir waren zunächst Ungarn, dann für kurze Zeit Tschechoslowaken, später waren wir wieder ungarisch […], plötzlich waren wir nicht mehr erwünscht. Schließlich waren wir alle gleich, und jetzt sind wir alle frei.“ Um die Worte ihrer jüdischen Großmutter zu verstehen, begibt sich die Dokumentarfilm-Autorin Kristina Forbat auf Spurensuche in die ostslowakische Stadt Ko¹ice/Kaschau, aus der sie kurz vor der Samtenen Revolution 1989 mit ihrer Familie nach Deutschland emigriert war. Dieses Zentrum der Ostslowakei hat viele Namen: Ko¹ice, Kassa, Kaschau, Cassovia … In dieser Namensvielfalt bildet sich eine wechselhafte Entwicklung ab, die sich im Stadtbild noch heute ablesen lässt. Kaschau gehörte zum mittelalterlichen Ungarn, danach seit der Frühen Neuzeit zum Einflussbereich der Habsburger. Ungarn, Slowaken, Deutsche, Juden, Ruthenen und Roma haben die Kultur ebenso geprägt wie die religiöse Vielfalt, aber auch die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen etwa zu Polen, Ungarn, Siebenbürgen oder Deutschland.
Eine Veranstaltung aus der Reihe „Gesichter der Erinnerung“ der Brücke/Most-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Kulturforum östliches Europa.

Der Dokumentarfilm handelt von der Geschichte einer Stadt im Herzen Europas, deren Einwohner Zeugen von Kriegen, Grenzverschiebungen und Aussiedlungen geworden sind. Durch Interviews mit Kaschauern unterschiedlicher Generationen und Herkunft – Juden, Slowaken, Ungarn und Deutsche – sowie Einblicke in die eigene Familiengeschichte nimmt Kristina Forbat die Zuschauer mit auf eine ganz persönliche Zeitreise. Das Stadtschreiberstipendium des Deutschen Kulturforums östliches Europa und der Film wurden aus Mitteln der Beauftragten der deutschen Bundesregierung für Kultur und Medien finanziert.

Quelle: PKO