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Sabine Dreßlers Erstlingswerke „Therese“ und „Andererseits. Abschweifungen im Paradies“ – HOLE OF FAME | Alle Veranstaltungen

 

„Therese“
Therese spricht nicht gern mit Menschen, sie presst sie lieber in Tortendiagramme. Beziehungen erträgt sie nur, wenn der andere sie nicht braucht. Ihren Chef hasst sie. Kinder sind ihr egal. Als sich Fremdgewebe in ihrem Uterus einnistet, will sie es abtreiben, bevor der Zellklumpen ein Gesicht bekommt und dann erfahren muss, wie unfähig sie ist, sich um ihn zu kümmern. Weil aber niemand ihre Ängste versteht, schon gar nicht ihr schnauzbärtiger Frauenarzt, wird sie Mutter und gibt ihr Bestes.
Dieses Buch besticht durch eine feine Situationskomik, mit der Sabine Dreßler die aufgeblähten Erwartungen an Mütter in unserer Gesellschaft schonungslos aufs Korn nimmt. Zugleich zeichnet die Autorin mit nüchterner Sprache das berührende Portrait einer Eigenbrötlerin, die an diesen Imperativen scheitert. Therese wächst einem ans Herz. Man leidet mit ihr und amüsiert sich dabei köstlich.
 
„Andererseits. Abschweifungen im Paradies“
Erschrocken stellt eine junge Frau eines Sonntagabends fest, wie sehr ihr eigenes WG- und Single-Leben schon dem der schläfengrauen Kommissare des „Tatort“ im Ersten gleicht – sie beschließt kurzerhand, nach Neuseeland auszuwandern. Als Fleischerin, Zimmermädchen und Greenpeace-Aktivistin hält sie sich finanziell über Wasser, reist low budget mit liebenswert verdrehten Typen durchs Land und entdeckt auch die dunklen und melancholischen Seiten des Paradieses am anderen Ende der Welt.
In achtzehn Reiseerzählungen verbindet die Autorin Autobiografisches mit anekdotischen Darstellungen von Land und Leuten. Humorvoll und mit einer gehörigen Portion Scharfsinn schildert sie nicht nur den Alltag einer Ausreißerin in Neuseeland, sondern skizziert zugleich selbstironisch das Bild einer Mittzwanziger-Generation, die an altbewährten Lebensläufen scheitert und ihre chronische Suche nach neuen Wegen schließlich zum eigentlichen Lebensinhalt erhebt.

Quelle: Verlag