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SALOME – projekttheater dresden | Alle Veranstaltungen

 

SALOME - Landesbühnen Sachsen
Die aus den Evangelien stammende Geschichte um die verführerisch tanzende Salome und Johannes den Täufer ist so bekannt wie legendär und wurde bereits von etlichen Künstlern, unter ihnen Oscar Wilde, adaptiert:

Auf dem Geburtstag des Herodes – Herrscher und Stiefvater der Salome – flieht das junge Mädchen vor dessen lüsternen Blicken aus dem Palast ins Freie. Dort wird sie auf die Stimme des in eine Zisterne verbannten Jochanaan aufmerksam, dessen Rede sie wie magisch anzieht. Fasziniert und ergriffen von seinen Worten erreicht Salome, dass ihr der Prophet Jochanaan vorgeführt wird und ist von seiner Gestalt gleichermaßen gebannt. Mit der Kraft ihrer eigenen Rede versucht Salome in einer Kombination aus Schmeicheleien und Abwertung Jochanaan davon zu überzeugen, sich ihr körperlich zu nähern, erfährt allerdings strikte Ablehnung von dem Propheten. Auf der Suche nach Salome begibt sich Herodes an der Spitze seiner Festgesellschaft ebenfalls ins Freie und sucht sehr zum Unmut seiner Frau Herodias erneut die Nähe seiner Stieftochter, die jedoch sämtliche seiner Avancen ablehnt. Währenddessen spricht Jochanaan weiter seine Prophezeiungen, mit denen er Herodias zusätzlich provoziert. Erst als der Tetrarch Herodes verspricht, Salome für ihren Tanz jeden Wunsch zu erfüllen, löst sich diese Situation im Tanz der Salome auf. Salome fordert „zu ihrer eigenen Lust“ als Lohn den Kopf des Jochanaan in einer silbernen Schüssel…

Die heutige Inszenierung des Dramas von Oscar Wilde macht den Propheten zum Sprachrohr einer kritischen Generation. In der musikalischen Live-Performance übt Tobias Herzz Hallbauer als Jochanaan Kritik an Demokratie, neoliberaler Wirtschaftspolitik, Körperkult und Überwachung und appelliert an die Tatkraft und das Gewissen der Zuschauer.
Quelle: Projekttheater