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Seelentöne – Palais im Großen Garten Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Ensemble Art d'Echo
Kai Roterberg, - Gesang
Juliane Laake - Viola da gamba
Magnus Andersson - Laute
Klaus Eichhorn - Orgel

In der Französischen Nationalbibliothek liegt ein sehr ungewöhnliches Notenmanuskript aus dem 17. Jahrhundert. Es ist gefüllt mit Werken für die Sologambe. Es wurde im Jahr 1880 in Berlin gekauft und gilt als eine Sammlung aus dem Brandenburger Raum. Das winzige Büchlein enthält auf seinen 270 Seiten einen einzigartigen Schatz handgeschriebener Musik, von welchem bislang nur winzige Bruchstücke veröffentlicht wurden. Es gibt weltweit nur drei oder vier vergleichbare Sammlungen, unter denen jedoch keine so umfangreich wie dieses Manuskript ist.
Viele der darin enthaltenen Stücke sind ausschließlich in diesem Büchlein zu finden und zum größten Teil anonym überliefert. Das lässt reichlich Raum für Spekulationen: Wer hat diese Werke geschrieben und – mindestens ebenso spannend – für wen?
Denkt man daran, dass der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm, welcher zur Entstehungszeit des Manuskriptes in Brandenburg regierte, selbst Gambe spielte und an seinem Hof die berühmtesten Gambisten seiner Zeit versammelte, erahnt man die Bedeutung dieser Handschrift für die noch so wenig bekannte und erforschte Musik dieser Zeit in der Region Berlin-Brandenburg aber auch sehr weit darüber hinaus.
Vor dem Hintergrund, dass außerhalb Englands nur verschwindend wenige Sammlungen mit Werken für die Sologambe aus dem 17. Jahrhundert bekannt sind, liefert das neue Album der Gambistin Juliane Laake mit vielen Welt-Ersteinspielungen einen nicht zu unterschätzenden Beitrag für die Wiederentdeckung vergessener Musik insgesamt.

Quelle: Offenes Palais