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So, als sei nichts gewesen... SED, Stasi und das Unrecht in der DDR – BStU-Außenstelle Dresden | Alle Veranstaltungen

 

So, als sei nichts gewesen... SED, Stasi und das Unrecht in der DDR

  • Podium: Roland Jahn (Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen), Lutz Rathenow (Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen) undBernd Roth (ehemaliger MfS-Major)
  • Begrüßung: Konrad Felber (Leiter der BStU-Außenstelle Dresden)
  • Moderation: Oliver Reinhard (Stellvertretender Leiter des Feuilletons der Sächsischen Zeitung)
  • "Vergangenheit aufzuarbeiten heißt, in der Gegenwart mit dieser Vergangenheit umzugehen und nicht so zu tun, als ob nichts gewesen sei", davon ist Roland Jahn überzeugt. Er ist einer der Diskussionsteilnehmer in der Gedenkstätte Bautzner Straße. Diskutiert werden u.a. der Umgang mit der eigenen Biografie und die persönliche Aufarbeitung.

Roland Jahn gehörte der Jenaer Friedensgemeinschaft an. Als Oppositioneller stand er im Fokus der Stasi, wurde verhört und verhaftet. Unter Druck stellte er in der Stasi-U-Haft einen Ausreiseantrag. Er zog diesen Antrag nach der Entlassung zurück. Die Staatssicherheit verhaftete Jahn erneut, sperrte ihn in den nächtlichen Interzonenzug und schob ihn gegen seinen Willen in die Bundesrepublik ab. Roland Jahn wurde als Fernsehjournalist bekannt und machte vor allem über die SFB-Sendung "Kontraste" auf die Missstände in derDDR aufmerksam. Heute ist Roland Jahn der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen.

Lutz Rathenow studierte an der Universität Jena Lehramt für Deutsch und Geschichte. Dort leitete er den oppositionellen Arbeitskreis Literatur und Lyrik Jena. 1976 wurde er verhaftet und drei Monate vor dem Examen exmatrikuliert. Nach der Veröffentlichung seines Buches "Mit dem Schlimmsten wurde schon gerechnet" in der Bundesrepublik Deutschland 1980 wurde der Schriftsteller erneut verhaftet und in das zentrale Untersuchungsgefängnis der DDR-Staatssicherheit gebracht. Er blieb in der DDR und lehnte eine Ausreise ab. Aktiv betätigte sich Lutz Rathenow in der unabhängigen Friedens- und Bürgerrechtsbewegung. Seit März 2011 ist er Sächsischer Landesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen.

Bernd Roth hatte bereits über seine Familie erste Kontakte zur Staatssicherheit. Er begann seine inoffizielle Zusammenarbeit mit der Stasi als 16-Jähriger und berichtete fünf Jahre lang aus Künstler- und Jugendkreisen. Danach stellte dieStasi ihn fest ein. Aus dem Inoffiziellen Mitarbeiter wurde ein Unterleutnant und Sachbearbeiter. Seine berufliche Entwicklung schritt voran und nach 16 Jahren Dienst für die Staatssicherheit im Bezirk Gera wurde er Major des MfS. Bernd Roth ist einer der wenigen ehemaligen Stasi-Mitarbeiter, die sich der öffentlichen Diskussion stellen.

Auf dem Podium nehmen Menschen Platz, die die Repressionen der Stasi am eigenen Leib erfahren haben oder die Unterdrückung im Parteiauftrag vollzogen.
Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen der Ausstellungseröffnung "Stasi. Die Ausstellung zur DDR-Staatssicherheit" in der Gedenkstätte Bautzner Straße in Dresden statt.

Der Eintritt ist frei.
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