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Stark wie der Tod – eine biblische Liebe – Ruine der Trinitatiskirche Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Stark wie der Tod – eine biblische Liebe

nach dem Hörspiel von Navid Kermani 

„Der Gott der Bibel ist nicht lieb, er ist cholerisch, zornig, rachsüchtig und mordend“. Und er ist „rasend vor Liebe“, meint der mehrfach ausgezeichnete muslimische Schriftsteller Navid Kermani. „Und auch die Menschen der Bibel lieben nicht wie im Vorabendprogramm, sondern ohne Maß“. Das mache die Bibel – auch für Un- oder Andersgläubige – zu einem der größten Texte der Weltliteratur. Göttlich, da menschlich bis ins Extrem.
Von einer solch schonungslosen Menschlichkeit, der leidenschaftlichen Liebe zwischen Mensch und Gott erzählt auch Kermanis 2015 entstandenes Hörspiel „Stark wie der Tod“. Er verarbeitet hierin drei der schönsten und schrecklichsten Texte der alttestamentarischen Bibel – das Hohelied Salomos, das Buch Hosea und das Buch Judit in der dramatischen Schilderung Friedrich Hebbels – zu einem dreiaktigen Liebesdrama zwischen einem Mann und einer Frau. Mit sprachlicher Wucht und poetischer Tiefe entspinnt sich eine wechselvolle Geschichte voller Leidenschaft, Missbrauch und Rache metaphysischen Ausmaßes. Aus intimer Zweisamkeit hinter geschlossenen Fensterläden wird schnell ein Machtkampf zweier Urgewalten, ausgetragen vor den Augen der Bevölkerung.
Aufgeführt wird der Text als szenische Installation in der Ruine der Trinitatiskirche, nahe des alten christlichen und des neuen jüdischen Friedhofs. So ist dieser Abend des 2015 mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichneten Orientalisten Kermani nicht nur ein kulturell einmaliges Ereignis, sondern gleichzeitig ein kompromissloser Aufruf zum interreligiösen Dialog. 

quelle: staatsschauspiel dresden