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STEFAN AUST & DIRK LAABS – Deutsches Hygiene-Museum Dresden | Alle Veranstaltungen

 

„Wir bitten Sie für die Verdächtigungen und für die lange Zeit fehlende Empathie um Verzeihung“ - mit diesen Worten wandte sich die thüringische Landtagspräsidentin Birgit Diezel kürzlich an die Hinterbliebenen der Opfer des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU). Am 21. August 2014 hatte der thüringische NSU-Untersuchungsausschuss einen fast 2.000 Seiten starken Abschlussbericht vorgelegt, der den deutschen Behörden Versagen bei den Ermittlungen gegen die Terrorgruppe bescheinigt. Zwischen 2000 und 2007 sollen Uwe Mundlos, Uwe Bönhardt und Beate Zschäpe zehn Morde begangen haben, die sie mit Unterstützung aus der rechten Szene im Verdeckten planenund durchführen konnten.

Warum wurden sie nicht entdeckt? Was genau lief schief? Und welche Rolle spielt der Verfassungsschutz? Die renommierten Journalisten Stefan Aust und Dirk Laabs haben sich in ihrem eben erschienenen, akribisch recherchierten Buch Heimatschutz. Der Staat und die Mordserie des NSU, Pantheon Verlag, 2014, mit einem der größten Skandale der deutschen Nachkriegsgeschichte befasst. Spannend wie in einem Politthriller zeichnen sie die fast unglaubliche Geschichte des Rechtsterrorismus in Deutschland und des Versagens der Ermittlungsbehörden und politisch Verantwortlichen nach. Im Deutschen Hygiene-Museum stellen sie ihr Buch im Gespräch mit dem
Historiker Alfons Kenkmann der Dresdner Öffentlichkeit vor.
Stefan Aust, Herausgeber „Die Welt“, bis 2008 Chefredakteur des Nachrichtenmagazins „Der
Spiegel“, Autor und Filmproduzent, u.a. „Der Baader-Meinhof-Komplex“; Dirk Laabs, Autor und
Filmemacher, u.a. „Die Fremden im Paradies - Warum Gotteskrieger töten“ und „Der deutsche
Goldrausch - Die wahre Geschichte der Treuhand“.