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Taryn Simon A soldier is taught to bayonet the enemy and not some undefined abstraction – Albertinum Dresden - SKD | Alle Veranstaltungen

 

Öffnungszeiten
täglich 10 bis 18 Uhr,, montags geschlossen

27.10.2016 - 15.01.2017
Details www.skd.museum
Alle in Albertinum Dresden - SKD
Pirnaischer Platz (Bus 62, 75, 261, 305, 326, 328, 333, 360, 424; Tram 1, 2, 3, 4, 7, 12)
27/10/2016 15/01/2017 true Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de Taryn Simon A soldier is taught to bayonet the enemy and not some undefined abstraction Albertinum Dresden - SKD 38 DD/MM/YYYY
 

Die gleichermaßen merkwürdigen und faszinierenden Bilder der US-amerikanischen Künstlerin Taryn Simon verweisen auf Dinge, Orte, Personen und Geschichten, die Teil unserer Welt sind, von denen wir aber wenig wissen oder gar nichts ahnen. Sie wecken unsere Schaulust und Neugierde, weil sie dem öffentlichen Blick entzogen sind oder weil wir ihnen für gewöhnlich kaum Aufmerksamkeit schenken, da sie an den Rändern des kollektiven Bewusstseins und der Medienöffentlichkeit angesiedelt sind.

Ob Taryn Simon außergewöhnliche Orte in den USA aufsucht, das Ordnungssystem der legendären Bildersammlung einer New Yorker Bibliothek untersucht, geschmuggelte Waren auf dem New Yorker Flughafen dokumentiert, nationale Suchmaschinen im Internet zu einer globalen Bildersuche zusammenführt, die durch James Bond-Filme fliegenden Vögel katalogisiert oder die dekorativen Blumengestecke auf Fotos historischer und aktueller Vertragsunterzeichnungen rekonstruiert – jeder ihrer Werkgruppen ist das Resultat einer oft jahrelangen Recherche. Als deren Ergebnis entstehen umfangreiche Fotoserien, die das jeweilige Thema wie ein Bildindex breit auffächern und systematisieren. Simon nutzt die fotografischen Möglichkeiten der Dokumentation und Reproduktion ebenso wie jene der Inszenierung. Die technische Realisierung, die Bildästhetik und Präsentation ihrer Aufnahmen verraten das Streben nach Perfektion – nichts bleibt dem Zufall überlassen. Simons sachlich-neutrale Werkkommentare behaupten zudem die objektive Zuverlässigkeit der Aufnahmen. Doch gerade der für Simons Arbeit wesentliche Zusammenhang von  Bild und Text führt in einen ausgedehnten Resonanzraum, in dem sich das Offensichtliche und das Vermeintliche, Realität und Fiktion, Intellekt und Emotion berühren.

Taryn Simons enzyklopädisch angelegte Typologien des Erstaunlichen und Bemerkenswerten erschließen nicht nur die randständigen oder unbekannten Territorien unserer medialisierten Welt. Sie demonstrieren zugleich, wie mit Hilfe von Bildern Wissen und Bedeutung produziert und mit Autorität aufgeladen werden. Bilder sind für Simon immer auch Funktionselemente und Indikatoren politischer, wirtschaftlicher, sozialer, religiöser und kultureller Systeme. Die Strategien und Mechanismen der Kontrolle, Verbreitung, Kontextualisierung, Interpretation, Manipulation und Vernetzung von Bildern in unserer Medienlandschaft führen letztlich zu der Frage,  wer in unserer visuellen Kommunikation für die Bildregie verantwortlich ist ‒ der Mensch, Computerprogramme, Algorithmen, Google?

quelle skd.museum