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THEODOR W. ADORNO und die kritischeTheorie – Deutsches Hygiene-Museum Dresden | Alle Veranstaltungen

 

THEODOR W. ADORNO UND DIE KRITISCHE THEORIE

In unserem Gesprächsformat Theorien zur Praxis stellen wir zweimal jährlich von Agamben bis Zižek Denker der Moderne vor, die bis heute inspirieren, faszinieren und irritieren.
Theodor W. Adorno (1903 - 1969) war einer der prägenden Denker der jungen Bundesrepublik. Als Theoretiker gesellschaftlicher Negativität, als Aufspürer ideologischer Verblendung auch in den beiläufigsten Alltagsphänomenen und als Analytiker der Voraussetzungen für die Nazi-Barbarei beeinflusste er das Denken - und auch den Jargon - von mehr als einer Generation.
Vom Frankfurter Institut für Sozialforschung aus etablierte Adorno in den 50er und 60er Jahren u. a. mit Max Horkheimerdie Kritische Theorie, stellte Auschwitz als gedankliches Mahnmal ins Zentrum einer neuen Moralphilosophie und ermöglichte der bildungshungrigen Jugend den Anschluss an die deutsche Denktradition von Kant, Hegel und Nietzsche. Doch schon in der Studentenbewegung tat sich ein Bruch auf. Schreckte Adorno vor den emanzipatorischen Möglichkeiten seiner Lehre zurück? Konnte seine Theorie zur Praxis werden? Und was bleibt Heute von seinen ebenso schwer zugänglichen wie verführerischen Texten, die einmal den Anspruch erhoben, für alle Bereiche des modernen Lebens kompetent zu sein?
Philipp Felsch, Professor für Geschichte der Humanwissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität, unterhält sich als Moderator und Adorno-Kenner mit dem Lektor und Komparatisten Martin Mittelmeier, der mit seinem 2013 erschienenen Buch Adorno in Neapel einen überraschenden, neuen Blick auf das Werk Adornos warf.
Quelle: Deutsches Hygiene-Museum Dresden