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Verfolgt. Verhört. Verurteilt. Stasi-Haft in Dresden und Berlin – Gedenkstätte Bautzner Straße Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Die Untersuchungshaft beim Ministerium für Staatssicherheit (MfS) war eines der wichtigsten Instrumente der Unterdrückung. Zehntausende Menschen waren ihr ausgesetzt.

Welche Bedeutung kam den Stasi-Gefängnissen in der DDR der Ära Honecker zu? Welchen Veränderungen war die U-Haft unterworfen? Gab es Unterschiede zwischen der zentralen U-Haftanstalt Hohenschönhausen und Dresden? Wie erlebten die politischen Gefangenen die Willkürbehandlung?

In einem Einführungsvortrag wird Katrin Passens, Politikwissenschaftlerin Berlin, über die Funktionen und Entwicklungen der Stasi-U-Haft informieren. Im Mittelpunkt des Vortrags steht wie die MfS-Untersuchungshaft der SED-Herrschaftssicherung diente und wie sich ihre Funktionen, etwa die Eindämmung der Flucht- und Ausreisebewegung oder die Informationsbeschaffung, veränderten. Dabei wird deutlich, dass die Anwendung der MfS-Untersuchungshaft u.a. von außenpolitischen Entwicklungen abhängig war.

Im anschließenden Podiumsgespräch stellen Heiko Neumann, Gedenkstätte Bautzner Straße, und Julia Spohr, Stiftung Sächsische Gedenkstätten, die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der U-Haft in Dresden und der zentralen Untersuchungshaft in Berlin dar. Sie zeichnen ein Bild von den Haftbedingungen und Vernehmungsmethoden. Im Laufe der Jahrzehnte veränderten sich die Alltagssituation der Häftlinge und die Praktiken der Vernehmer. Aber es gab auch Konstanten, wie etwa die völlige Isolierung der Häftlinge und der Abschottung der Vorgänge in der U-Haft nach außen. Siegmar Faust, Menschenrechtszentrum Cottbus, der selbst fast eineinhalb Jahre in unterschiedlichen Stasi-Untersuchungshaftanstalten eingesperrt war, ergänzt die wissenschaftlichen Betrachtungen um sein persönliches Erleben.

Es besteht die Möglichkeit um 17 Uhr an einer kostenlosen Führung durch die Gedenkstätte teilzunehmen

quelle gedenkstätte bautzner strasse