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"Verschenkt. Staatsgeschenke als Zeichen sächsischer Diplomatie" – Schloss Weesenstein | Alle Veranstaltungen

 

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft

Wohl jeder freut sich über ein Geschenk – am Anfang. Wenn es geschmackvoll, witzig oder äußerst aufwendig  verpackt ist, steigt die innere Spannung. Beim auspacken leuchtende Augen, Jubelschreie oder Erleichterung – oftmals auch Enttäuschung, die man möglichst nicht zeigt.

Ungleich schwerer, wenn von Staats wegen geschenkt wird. Das falsche Geschenk und schon ist Krieg. Das war einmal – zum Glück.
Von der Schwierigkeit das richtige Geschenk zu finden und formvollendet zu überreichen erzählt die Ausstellung „Verschenkt. Staatsgeschenke als Zeichen Sächsischer Diplomatie“ bis 3. Oktober auf Schloss Weesenstein. Aus ca. 2.000 Staatsgeschenken, die Sächsische Ministerpräsidenten erhalten haben, sind märchenhafte, auch nützliche, sehr oft landestypische Geschenke zu bestaunen. Bei einigen Geschenken möchte man durchaus wissen, was man sich dabei gedacht hat. So z.B. das „Porzellanservice mit kindlichen Motiven“, welches Wladimir Putin 2009 überreichte. Die Tassen des Service ziert ein Edelmann mit Perücke und Burattino-Nase, dem russischen Pendant von Pinocchio. Oder die prächtigen goldenen Ohrringe aus Südkorea, die augenscheinlich nicht für Ministerpräsident Tillich bestimmt sein können.

Landestypisch, prunkvoll und absolut männlich ist das Geschenk aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, welches Tillich 2010 auf seiner Reise in den Orient überreicht bekam – einen Handschar. Der Krummdolch mit seiner typischen, reich verzierten J-förmigen Scheide und dem T-förmigen Griff, war ursprünglich nur Mitgliedern der königlichen Familie vorbehalten. Heute ist  es ein wichtiges Accessoire, das Männer bei offiziellen Anlässen tragen.
Auch Sachsen macht gern Geschenke. Keine Überraschung sind dabei Meissner Porzellan und Wein, der Schwibbogen aus dem Erzgebirge oder der Herrnhuter Weihnachtsstern, den Papst Benedikt XVI erhielt. Ministerpräsident Tillich übernimmt auch die Patenschaft für Drillingsgeburten in Sachsen. Sein Geschenk - ein Sandmännchen.

Am Schluss der Ausstellung kann der Besucher selbst entscheiden, welches Staatsgeschenk er für besonders gelungen hält. Mittels einer Stecknadel markiert er sein Lieblingsgeschenk. Aktuell in Führung liegt die wunderbare, farbenprächtige Mineraliensammlung, welche der Rektor der Bergbau-Universität St. Petersburg, Wladimir Litwinenko, 2015 zur konstituierenden Sitzung des Festkuratoriums, in Vorbereitung des 250jähigen Jubiläums der Bergakademie Freiberg, überreichte. Bereits seit 1773 gibt es eine enge Verbindung zwischen beiden Einrichtungen. Ein Geschenk das offenbar Freude macht.

Öffnungszeiten: Täglich 10.00 Uhr bis 18.00 Uhr