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Vom Fluch und Segen der Sündenböcke - Religion – Politik – Gewalt – Haus der Kathedrale (Kathedralforum Dresden) | Alle Veranstaltungen

 

Die Anschläge der Islamisten schockieren; sie beleben auch immer wieder neu das Vorurteil, Religion generiere Gewalt. Ebenso wenig kann die „Bewältigung“ der Flüchtlingstragödie und der Migrationsströme das Verhältnis von Religion und Politik ausblenden. Unübersehbar hat sich Religion auf diese oder jene Weise auf dem Forum der Öffentlichkeit zurückgemeldet. Auch wenn die Trennung von Staat und Religion in Deutschland eine Selbstverständlichkeit ist, bleibt die Religion in der heutigen Welt alles andere als Privatsache. Für die Deutung der vielfältigen, oft auch widersprüchlichen Erscheinungsformen des Religiösen im Alltag braucht es einen theoretischen Rahmen. Der Vortrag hat seinen Fokus in der faszinierenden, heißdiskutierten und umstrittenen Kulturtheorie des frankoamerikanischen Theoretikers René Girard. Im Unterschied zur Säkularisierungsthese nimmt diese Theorie die konstitutive Rolle der Religion im gesellschaftlichen Geschehen wahr, zeigt sie aber nicht nur als Quelle der Konflikte, sondern auch als Antibiotikum gegen Aggressivität und Gewalt. Und was hat das Ganze mit dem Sündenbock zu tun? Was mit den Kreuzwegen der Flüchtlinge? Oder aber mit der verquasten Mentalität eines Selbstmordattentäters?

Prof. Dr. Józef Niewiadomski lehrt Dogmatik am Institut für Systematische Theologie der Universität Innsbruck und ist Mitarbeiter am dortigen Forschungszentrum Religion-Gewalt-Kommunikation-Weltordnung.

quelle: katholische akademie dresden