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WAS BLIEBE VOM EUROPÄISCHEN VERSTAND ÜBRIG, WENN MAN DEN JÜDISCHEN DAVON ABZÖGE? – Societaetstheater | Alle Veranstaltungen

 

Mit dem Fall Jerusalems ging die staatliche Selbstständigkeit der Juden zu Ende. Für das Volk Israel begann das Leben in der Diaspora, die seit dem Jahr 586 eine Grundbedingung jüdischer Existenz ist. Jüdisches Leben entfaltete sich unter unterschiedlichsten Grundlagen in verschiedenen Kulturen und Ländern. Das Wanderleben der Juden fand nicht freiwillig statt, sondern weil diese Menschen unbarmherzig verfolgt wurden: von der Babylonischen Gefangenschaft über die Massenflucht vor den Prognomen in Russland bis zur Einwanderung in die USA als Folge des Nationalsozialismus. So waren Juden, bis zur Gründung des Staates Israel, zum Nomadenleben gezwungen. Aufgrund der vielen Orts-und Länderwechsel sahen sie das Leben aus verschiedenen Perspektiven. Fast überall, wo Juden hinkamen, waren sie Fremde und Außenseiter. Das zwang sie zur Annahme bestimmter Verhaltensweisen und zu speziellen Formen des Handelns. Als Neuankömmlinge mussten sie Augen und Ohren besonders offen halten, um sich in der neuen Umgebung schnell zurecht zu finden. Es blieb die Wahl zwischen Anpassung oder Vereinzelung. Einerseits möchte diese Lesung aufzeigen, wie die Juden die Geschichte der Länder, in denen sie wohnen mussten, beziehungsweise wohnen wollten, mitgestalteten, wie sie aktiv an philosophischen und wissenschaftlichen Denkprozessen teilnahmen und wie sie Kunst und Kultur auf kreative Weise bereicherten. Anderseits sollen aber auch die Schwierigkeiten, Repressalien und Vorbehalte, gegen die sie zu kämpfen hatten, Beachtung finden. 
Quelle: Societaetstheater