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Weedeater + Arabrot – Scheune Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Weedeater - USA - Seasons Of Mist


„Wir machen Musik für Neandertaler!“, meinte Weedeater Mastermind Dixie Collins einst, und wenn man sich dem groovenden Sludge-Doom der Jungs aus Wilmington hingibt, wird man schnell eine Ahnung davon bekommen, wie das gemeint ist. Stücke von überschaubarer Länge, die zielgenau auf den Punkt kommen, tonnenschwere Grooves, simple, einprägsame Rhythmik und ein martialischer, voluminöser und ultraroher Sound, der auch rein physisch beeindruckend ist, prägen den Stil der Band. Und dennoch agieren sie songwriterisch und spielerisch auf höchstem Niveau. Keine zweite Band vermag mit einer derart rudimentären Herangehensweise so viel Effekt zu bieten. Allein die Eingespieltheit und Harmonie der Drei live on Stage ist beeindruckend, und zeigt eindrucksvoll, was ein Leben on the Road für Unikate hervorzubringen vermag. Zumal sie stilistisch ein Antistatement zu ihrer Heimat, North Carolina im Bible Belt der USA, geben, denn ihr Sound lobpreist die wichtigsten Errungenschaften, die ihr erzkonservatives Umfeld verteufelt: Weed und Whiskey.

Die Meister des Weedmetal melden sich nach ihrer beeindruckenden scheune-Show im Sommer 2015 nun zurück in der Stadt. Weedeater sind nach wie vor: Dave „Dixie“ Collins (Bongzilla, Buzzoven, Sourvein) an Bass und Vocals, Dave Shepherd an der Gitarre sowie Travis „T-Boogie“ Owen, ein Derwisch an den Drums, der sämtliche Teile seines Equipments mit Händen und Füßen gleichzeitig bearbeitet – eine Show, die man einfach gesehen haben muss. Neben den Stücken ihres aktuellen, von Steve Albini produzierten, Albums „Goliathan“ gibt es natürlich auch alle Klassiker des Trios nebst einer extra großen Dosis purem Rock'n'Roll.
 

Arabrot - NOR - Fysisk Format


Arabrot ist die kreative Spielwiese des norwegischen Songwriters Kjetil Nernes, eines ziemlich kauzigen Gesellen, der sein ganz eigenes Verständnis von Musik zu leben versteht. Seit Gründung der Band im Jahre 2001 gelten sie als die Außenseiter der norwegischen Musik-Szene, deren schillerndes Black Metal Establishment einst alles in den Schatten stellte. Die Musikpresse belächelte oder ignorierte sie angesichts ihres sperrigen Sounds, der jedoch die einzigartige Fusion aus Melvins, Throbbing Gristle und Swans gerade einer jüngeren Generation näher brachte, die mit den Originalen kaum noch was anzufangen wusste. Ihren guten Ruf als kompromisslose Liveband mit exzentrischen Bühnenoutfits erspielten sie sich auf zahlreichen Touren, und spätestens seit ihrem 2012er Album "Solar Anus" fanden sie auch die ihnen gebührende Beachtung durch die Nominierung und den letztendlichen Gewinn des norwegischen Grammys für das beste Metalalbum 2012.

Es folgte das noch beachtetere Werk "Arabrot" im Jahre 2013 nachdem die Band ein radikaler Umbruch ereilte. Erst stieg mit Vidar Evensen das neben Nernes letzte verbliebene Gründungsmitglied der Band aus, und nach der 2014er Europatour sah sich Letzterer der Diagnose Kehlkopfkrebs gegenüber. Die Band schien damit Geschichte zu sein. Aber Nernes kämpfte sich ins Leben zurück, ließ sich im schwedische Dörfchen Djura nieder, wo er sich ein Studio in einer verlassenen Kapelle mitten im Wald einrichtete. Dort produzierte er mit illustren Gästen "The Gospel", ein düsteres Monster von Album, wuchtig und einschüchternd, aber auch kleinteilig und sorgsam instrumentiert. Es wirkten u.a. mit: Ted Parsons (unter anderem Killing Joke, Swans), Andrew Liles (Current 93, Nurse With Wound), Stephen O'Malley (Sunn O)))) sowie Erlend von Kvelertak. Arabrot 2016 sind düster, harsch und zwingend - ein psychotischer Soundtrack nah am Rande Selbstzerfleischung. Nernes ist der neue Michale Gira, Arabrot treten in die Fußstapfen der übergroßen Swans, und sind nicht zuletzt deshalb auch live nach wie vor ein eine Erfahrung die man unbedingt machen sollte!

quelle scheune.org