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Wut - von Elfriede Jelinek | Eine psychogeographische Konzert-Performance – Frauenkirche Dresden | Alle Veranstaltungen

 

WUT

Mit Musik von Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy, Wolfgang Amadeus Mozart sowie Richard 
Wagners „Jesus von Nazareth“ – Eine Rekonstruktion | Regie und Musikalische Leitung: Christian von Borries | 

Ein Wut-Chor in der Frauenkirche: Inspiriert vom antiken Mythos der Göttin Hera, die den Helden Herakles blind vor Zorn machte, so dass er im Rausch seine Kinder tötete, erzählt Elfriede Jelinek in wechselnden Perspektiven von der Wut islamistischer Terroristen, von den Anschlägen auf die Pariser Zeitungsredaktion und den jüdischen Supermarkt, wie von deutschen Wutbürgern, von zornigen Göttern, Vätern und Söhnen. 
Der Dirigent, Komponist und Filmemacher Christian von Borries führt Jelineks neuen Text gemeinsam mit dem Schauspielensemble des Staatsschauspiels Dresden in der Frauenkirche auf. Und er kombiniert dies u. a. mit Auszügen aus „Siegfrieds Tod“, Mendelssohns Reformationssinfonie, mit Passionen von Bach und schließlich mit Mozarts letzter Komposition „Requiem in d-Moll“. Darüberhinaus wird in dieser psychogegographischen Konzert-Performance die Geschichte der Frauenkirche und das unvollendete und hier erstmals rekonstruierte Fragment „Jesus von Nazareth“ von Richard Wagner eine Rolle spielen.
Die psychogeographische Methode wird hier spielerisch angewendet, um den Einfluss von Architektur und Geographie auf die Wahrnehmung, das psychische Erleben und Verhalten zu untersuchen. Musik wird zu einer vierten Dimension. Sie versieht die Frauenkirche mit einer Zeitachse, ebenso wie es der Text von Elfriede Jelinek tut, der weit zurück und bis in die Zukunft reicht. Mit seinen Arbeiten öffnet Christian von Borries den Konzertsaal, indem er ungewöhnliche Orte aufsucht und damit das Kunstwerk in neue Zusammenhänge stellt: Wie verändert der Raum die Musik und umgekehrt, wie definiert die Musik den Raum neu. Borries, den der WELT-Feuilletonist Josef Engels den „Schlingensief der Klassik“ nennt, bewegt sich zwischen den Künsten und war u. a. auf der Kasseler Documenta 12 eingeladen, sein erster Film „the dubai in me“ gewann den Preis des Internationalen Film Festivals Marseille, und für seine CD „Replay Debussy“ erhielt er den Echo Award.

quelle: staatsschauspiel dresden