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Schauspiel |

ANGRIFFE AUF ANNE – die bühne - Das Theater der TU | Alle Veranstaltungen

 

Wer ist Anne? Geliebte, Touristin, Terroristin, Flüchtling, Prostituierte, Reisebegleiterin, Künstlerin? Und wer spricht über sie: die Familie, besorgte Freunde, flüchtige Bekannte, ihre Zuhälter oder Auftraggeber? Ist es wirklich die Geschichte einer tragischen Liebe, vor dem Hintergrund politischer Verfolgung? Oder wird hier vielmehr eine Frau zum Produkt gemacht, das beliebig konsumierbar ist? Ihre vermeintliche Biographie bleibt eine Abfolge vager Spuren, widersprüchlicher Informationen aus zweiter Hand – Fragmente menschlicher Identität(en) in einer Gegenwart, die mehr als eine Realität kennt.

Crimp setzt aus Bruchstücken – leitmotivisch miteinander verflochten – das Porträt einer Frau zusammen, die abwesend bleibt. All das Gesagte enthüllt (unfreiwillig) mehr über diejenigen, die über sie reden, als dass sie dem Menschen habhaft werden können: Es gibt keine Eineindeutigkeit der Ereignisse und (medialen) Bilder mehr – so ist das Stück auch 20 Jahre nach seiner deutschen Erstaufführung noch immer von aktueller Brisanz. Die umkreiste Frage nach Annes Identität wird an die Zuschauer weitergegeben: Wer sind wir? In welcher Welt leben wir? Welche Realität konstruieren wir uns täglich?

Der Autor Martin Crimp (*1956 geboren) gilt als einer der erfolgreichsten britischen Dramatiker der Gegenwart. Seine Stücke wurden inzwischen in viele europäische Sprachen übersetzt; so auch „Angriffe auf Anne“ (Attempts on Her Life, 1997), mit dem er Ende der 1990er Jahre nicht nur in Deutschland bekannt wurde. Seine Theatertexte setzen die alltäglichen Gewissheiten unserer Gegenwart immer wieder neu aufs Spiel – erzählerisch, psychologisch, dramaturgisch, sprachlich – bis hin zu ihrer Auflösung.

Quelle: https://die-buehne.tu-dresden.de