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Lesung |

„Apollokalypse“ – Literaturhaus - Villa Augustin Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Ein Gespenst geht um in der Wohlfühlliteratur. Es wispert schon lange, mal zart, mal vehement. Es wispert lauter mit der Zeit, es flüstert dichter; Seiten rauschen wie die Stimmen, das Murmeln, welches man nun überall zu hören glaubt; man taucht ab in die zerrüttete Psyche einer Künstlerfigur, schwimmt letztlich in der eigenen, gerät in einen reißenden Strudel, durchleidet, durchlebt die Apollokalypse. Endlich nicht mehr allein im eigenen Kopf steht man vor der Frage: Romeo oder Julia?
 

 

Falkners Apollokalypse ist eines der intellektuell anspruchsvollsten Stücke Literatur die in den letzten Jahren in deutscher Sprache verfasst worden sind. Hin- und hergerissen zwischen Trieb und Vergeistigung taumeln absonderliche Gestalten, Tag- und Nachtgespenster, durch das mystifizierte Berlin der Wendezeit, und wie nebenbei lässt Falkner Literatur-, Geistes- und Zeitgeschichte Revue passieren. Auch in Romeo und Julia, welches unlängst für den Deutschen Buchpreis nominiert wurde, ist die Zweiheit nicht nur im Titel, der Wahn nicht nur im Namen des Protagonisten, das destruktiv Ruhelose nicht nur im Motto enthalten. Falkners Figuren sind auf der Suche nach einem Ich in einer schizophrenen Zeit, sind und sind nicht, bestehen und zerbrechen. Hier werden neue Perspektiven auf das Leben und seine großen Probleme eröffnet. Wir laden ein, bei adstringiertem Saale-Unstrut-Wein und anderen geistigen Getränken mit dem unglaublich präsenten ‚Gespenst‘ Gerhard Falkner zu erproben, ob man das aushält. Für Kollabierende werden Autenrieth-Masken bereitgehalten.

Stefan Kleie