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02.04. 2020
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  • Gedenkstätte Bautzner Straße (c) PR

Passend zum historischen Ort liest der deutsch-israelische Schriftsteller aus dem letzten Kapitel seiner Autobiografie, die 2015 unter dem Titel „Der Schmuggel über die Zeitgrenze“ erschien. Dieser Band ist u. a. eine Auseinandersetzung mit dem politischen System in der DDR, gegen das Noll als junger Mann opponierte, bis er im Winter 1983 – nach Versuchen der Staatssicherheit, sich seiner Manuskripte zu bemächtigen – sein erstes Buch von Diplomaten in den Westen schmuggeln ließ und selbst einen Ausreiseantrag stellte.

Chaim Noll wurde 1954 unter dem Namen Hans Noll in Berlin geboren. Sein Vater war der DDR-Schriftsteller Dieter Noll („Die Abenteuer des Werner Holt“, „Kippenberg“). Chaim Noll studierte Kunst und Kunstgeschichte in Berlin, bevor er Anfang der 1980er Jahre den Wehrdienst in der DDR verweigerte und nach Westberlin ausreiste, wo er vor allem als Journalist arbeitete. 1991 verließ Noll mit seiner Familie Deutschland und lebte zunächst in Rom. Seit 1995 wohnt der sich selbst als orthodox bezeichnende Jude in der Negevwüste in Midreschet Ben-Gurion bei Be’er Sheva in Israel. Neben seiner umfangreichen schriftstellerischen Tätigkeit an der Ben-Gurion-Universität Be’er Sheva reist der israelische Staatsbürger häufig zu Lesungen und Vorträgen nach Deutschland, wo er auch regelmäßig publiziert.

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