• Startseite
  • Veranstaltung
  • DAS NEUE DRESDEN. Die Stadt im späten Kaiserreich auf Bildpostkarten
Kultur
Kalender
Dresden
und
Umgebung
20 Freitag
Mo. Di. Mi. Do. Fr. Sa. So.
25 26 27 28 29 30 01
02 03 04 05 06 07 08
09 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 01 02 03 04 05
Wissen |

DAS NEUE DRESDEN. Die Stadt im späten Kaiserreich auf Bildpostkarten – Stadtmuseum Dresden (Museum Dresden) | Alle Veranstaltungen

 

Öffnugszeiten:

Di – So, Feiertage: 10 – 18 Uhr
Fr: 10 – 19 Uhr
Mo: geschlossen

barrierefrei

5 Euro / ermäßigt 4 Euro 
Gruppenpreis: (ab 10 Personen)
4,50 Euro / ermäßigt 3,50 Euro pro Person
freitags ab 12 Uhr freier Eintritt (außer feiertags)
 

Das neue Dresden in Bildern - die „WhatsApp des Kaiserreiches"

In seltenen, zuweilen einzigartigen Aufnahmen auf Postkarten – dem damals führenden Kommunikationsmedium – werden jene gewaltigen Veränderungen sichtbar, wie sie sich an der Peripherie der wachsenden Metropole in der Vorkriegszeit vollzogen haben: Sei es an den Ufern der Elbe bis ins böhmische Tetschen, sei es im schwerindustriell geprägten Plauenschen Grund oder im „lichten Osten“ – den Wohn- und Kurgebieten der Oberschicht zwischen Pillnitz und Weißem Hirsch, Kleinzschachwitz und Blasewitz. Sei es in dem von Nahrungsgüter- und Ziegelproduktion geprägten Süden, dem von Großverkehrsanlagen und Arbeitervierteln gekennzeichneten Westen oder den Kasernen und Rüstungsfabriken im Norden, die von den Schießplätzen in der Heide samt „Gefahrenbereich“ sowie dem städtischen Erholungsgebiet Albertpark flankiert wurden. Oder sei es in dem Gebiet südöstlich der Altstadt, in dem die Flora und Fauna der bekannten Welt gesammelt, kategorisiert und ausgestellt wurden (Botanischer und Zoologischer Garten), sich die Schaufenster der Zivilisation, Kunst und Warenwirtschaft befunden haben  (Ausstellungsgelände) und in dem Großstädter wie Touristen den Landschaftpark des Großen Garten per pedes oder auf der neuen Fahrradallee erkundeten. 

Alle Rahmenveranstaltungen zur Ausstellung finden Sie hier auf einen Klick!

 

Am stärksten zeigte sich die Internationalität Dresdens in den Ausländervierteln südlich des Hauptbahnhofes, die (inoffiziell) als Englisches, Amerikanisches und Russisches Viertel bezeichnet wurden. Orthodoxe, Anglikaner oder Presbyterianer errichteten dort eigene Kirchen – Briten, Russen, Österreicher und Amerikaner unterhielten Konsulate. In Richtung Süden schloss sich das stetig in den offenen Landschaftsraum ausgreifende Campusgelände an, in dem Forscher und Hochschullehrer immer stärker auf Kooperationen mit der Industrie setzten. An der Peripherie der Stadt im Westen und Osten wurden großzügig dimensionierte kommunale Werke bzw. Einrichtungen der Daseinsvorsorge errichtet: die Elektrizitäts- und Gaswerke, der Alberthafen und der Rangierbahnhof, die Schwemmkanalisation, neue Kliniken und Sanatorien und das Städtische Krematorium – aber auch Anlagen, in denen die Freizeitbedürfnisse der Großstädter bedient wurden wie die Rad- und Pferderennbahnen.

Die Integration Tausender Menschen, die jedes Jahr aus Sachsen, aus angrenzenden Ländern (besonders aus Schlesien, Böhmen und den daran anschließenden preußischen Gebieten), aber auch aus entfernten Regionen wie dem Mittelmeerraum zuwanderten, vollzog sich im Wesentlichen im Arbeitermilieu der Vorstädte, wobei Gemeinden wie Löbtau mit über 30.000 Einwohnern quasi bereits Mittelstädten glichen, ehe sie zu Dresdner Stadtteilen wurden. Ihre besondere Spannung bezieht die Bilderreise durch das moderne Dresden des frühen 20. Jahrhunderts aus der Konfrontation der ausgewählten Ansichten auf Bildpostkarten mit einzigartigen Exponaten, in denen die soziale, technische und architektonische Modernisierung des Großstadtraumes exemplarisch sichtbar wird – in einer Zeit, in der Dresden der Wiederaufstieg zu einer weltweit vernetzten Metropole von europäischem Rang gelungen ist. In ihrer Doppelfunktion als Mittel der Kommunikation und mit ihren Motiven der nunmehr bildwürdig gewordenen städtischen Peripherie sind die Bildpostkarten Träger dieses Rückblicks auf DAS NEUE DRESDEN am Beginn der Medienmoderne, welche mittlerweile beim WhatsApp Messenger angekommen ist.

stadtmuseum dresden