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Die im Licht stehn. Fotografische Porträts Dresdner Bürger des 19. Jahrhunderts – Stadtmuseum Dresden (Museum Dresden) - Landhaus | Alle Veranstaltungen

 

Für alle mit Lust am Entdecken, die offen sind für Überraschendes und die Lust am Denken auch schon mal dem rein visuellen Erlebnis vorziehen, sei die Sonderausstellung „Die im Licht steh´n.  Fotografische Portraits Dresdner Bürger des 19. Jahrhunderts“ im Stadtmuseum Dresden ans Herz gelegt. Kein Schnee von gestern – versprochen! Allein die Frage, wer schaffte es vor 200 Jahren in die Sammlung, zieht unwillkürlich nach sich: Und wer steht heute im Licht? Gut gefragt vor allem dann, wenn mal wieder von Identität die Rede ist.

Die 102 Bildnisse aus dem 19. Jahrhundert brauchen zu ihrem Schutz das gedämpfte Licht, um das kollektive Gedächtnis zu erhellen und am Leben zu erhalten. Sie zeigen Vertreter des Dresdner Bürgertums zu Zeiten, als die  Stadt zur Industrie- und Kunstmetropole im Kaiserreich aufstieg. Manch Straßenname bekommt nicht nur ein Gesicht und eine Gestalt zugeordnet, sondern auch noch ringsherum ein repräsentatives Abbild der Stadtgesellschaft mit dazu.

12.05.2019 16:00
Details museen-dresden.de
Ort Stadtmuseum Dresden (Museum Dresden) - Landhaus
Pirnaischer Platz (Bus 62, 75, 261, 305, 326, 328, 333, 360, 424; Tram 1, 2, 3, 4, 7, 12)
12/05/2019 16:00 12/05/2019 18:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de Die im Licht stehn. Fotografische Porträts Dresdner Bürger des 19. Jahrhunderts (Mit Dr. Holger Starke) Stadtmuseum Dresden (Museum Dresden) - Landhaus 38 DD/MM/YYYY
16.02.2019 - 12.05.2019
Details museen-dresden.de
Ort Stadtmuseum Dresden (Museum Dresden) - Landhaus
Pirnaischer Platz (Bus 62, 75, 261, 305, 326, 328, 333, 360, 424; Tram 1, 2, 3, 4, 7, 12)
16/02/2019 12/05/2019 true Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de Die im Licht stehn. Fotografische Porträts Dresdner Bürger des 19. Jahrhunderts Stadtmuseum Dresden (Museum Dresden) - Landhaus 38 DD/MM/YYYY
 

  












Diese Ausstellung hat es in sich: Noch vor Eröffnung förderte sie bereits Erstaunliches zutage. Mit Karol Józef Lipinski (1790-1861)ist ein Mann portraitiert, der zu Lebzeiten neben Nicolo Paganini (1782-1840) als einer der europaweit besten Geiger zählte und ab 1839 für mehr als zwanzig Jahre als Konzertmeister und Kirchenmusikdirektor am Dresdner Hof wirkte. Seine linke Hand umfasst beinahe zärtlich den Hals seines Instrumentes, das sich fast ebenso zwischen Arm und Körper zu schmiegen scheint. Diese Geige in den Armen eben jenes Mannes – bringt sie uns das Gestern ins Heute? Von Daniel Hope, einem der weltweit besten Geigenvirtuosen der Gegenwart ist bekannt, dass er seit 2011 eine, in Fachkreisen „ex-Lipinski“ genannte, Guaneri del Gesú spielt. Oder hält Karol Józef Lipinski jenes Instrument des italienischen Geigenbauers Andrea Amati (1505-1577) in der Hand, das ihm Paganini nach seinem Tod vermachte?  Ein Urteil aus berufenem Munde musste her. Was lag näher, den Künstler einzuladen?!
 
Bereits einen Tag nach Ausstellungseröffnung sah Daniel Hope am Vormittag des 16. Februar ganz genau hin: „Verblüffend ähnlich…“, „hier die Punkte…“, „die Ecke, nach hinten gekippt, die gleichen Enden…“, „die Schnecken, bitte die Schnecken noch mal größer machen…“, „das ist mehr ausgearbeitet und hier nicht…“, „mich interessiert die Lage … das ist fast parallel…“ Für den akribischen Vergleich musste neben der del Gesú Daniel Hopes auch ein Foto der Stadivari seines Freundes Frank Almond, Konzertmeister beim Milwaukee Symphony Orchestra (USA), herhalten  – auch eine „ex-Lipinski“! Die Vorstellung allein ist schon faszinierend, dass Karol Józef Lipinski vor rund 180 Jahren auf offenbar gleich drei „Italienerinnen“, allesamt ausgewiesene Meisterwerke italienischer Geigenbaukunst, sein virtuoses Spiel in Dresden hervorbrachte. Was, wenn wenigstens eine davon nach Dresden zurückkehrte?

Mittlerweile ist die Sensation perfekt: Daniel Hope identifizierte mit Hilfe von Musikerkollegen aus aller Welt seine del Gesú auf besagtem Foto im Stadtmuseum. Damit spannt sich der Bogen direkt hinein in das aktuelle Konzerterleben der Frauenkirche Dresden, dessen Künstlerischer Direktor Daniel Hope 2019 ist. In seinem für Dresden kuratierten Musikjahr bringt Daniel Hope die „ex-Lipinski“ noch fünfmal zum Klingen.

Kulturreporter KS; Fotos (c) Stadtmuseum Dresden,Franz Zadnicek