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Malerei/Grafik/Zeichnungen |

Ein „neuer“ Vermeer in Dresden – Zwinger Dresden (Semperbau) | Alle Veranstaltungen

 
  • täglich 10—18 Uhr, Montag geschlossen 
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  • Seit mehr als zweihundertfünfzig Jahren nimmt Johannes Vermeers berühmtes Gemälde mit der Gestalt eines ins Lesen versunkenen Mädchens in strengem Profil vor einer hellen, leeren Wand einen festen Platz unter den Hauptwerken der holländischen Malerei des „Goldenen Zeitalters“ in der Dresdener Gemäldegalerie ein. Das um 1657/59 datierte Bild gilt als eines der frühesten Interieurgemälde Vermeers mit einer Einzelfigur. Es entstand im Ergebnis eines mehrstufigen, komplexen Malprozesses, in dessen Verlauf Vermeer Details und ganze Bildelemente der Komposition veränderte.
 

Einstmals an der Rückwand des Raumes dargestellt, war auch das als „Bild im Bild“ angeordnete Gemälde eines Cupidos wieder übermalt worden. Durch die aktuellen Untersuchungen und die Restaurierung des Gemäldes ist nun erwiesen, dass diese Übermalung jedoch nicht auf Vermeer zurückgeht, sondern einige Zeit nach Vollendung des „Brieflesenden Mädchens“ von fremder Hand ausgeführt wurde. Zeitpunkt und Autor dieser späteren Übermalung, die das Hintergrundbild einschließlich seines breiten schwarzen Rahmens abdeckte, sind gegenwärtig noch nicht bekannt.

Obwohl das Cupido-Bild auf der Rückwand des Raumes zum jetzigen Zeitpunkt erst etwa zur Hälfte freigelegt ist, lässt sich bereits die grundlegende Veränderung in der Gesamtwirkung des Gemäldes ermessen. Offenbar handelt es sich auch bei der Dresdener „Briefleserin“ um eine der in Vermeers Schaffen zahlreichen Innenraumszenen mit „Bild im Bild“ an der hinteren Wand. Der Künstler zitierte hier wohl ein Gemälde mit der Darstellung eines stehenden Amors, der mit seiner Rechten einen aufgestellten Bogen hält und den linken Arm gehoben hat. Dieses Motiv ist aus drei weiteren Interieurgemälden Vermeers bereits bekannt.

Vermeers „Brieflesendes Mädchen am offenen Fenster“ wird nach abgeschlossener Restaurierung voraussichtlich ab Mitte 2020 unseren Besuchern wieder präsentiert werden und kann schon jetzt als ein Höhepunkt der neuen Dauerausstellung der Gemäldegalerie im Semperbau angekündigt werden.

Quelle: gemaeldegalerie.skd.museum