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Klitzeklein – Erzgebirgische Holzminiaturen aus der Sammlung von Albrecht Krenkel – Stadtmuseum Pirna | Alle Veranstaltungen

 

Mit über 2.000 Miniaturfahrzeugen aus dem Erzgebirge könnte die Ausstellung als ein Oldtimertreffen im Lande Liliput angesehen werden, nur dass Gulliver auf seinen Reisen vor fast 300 Jahren außer den Pferdegespannen noch nichts von den hier gezeigten Autos, Motorrädern, Traktoren, Bussen, Straßenbahnen und Flugzeugen hat entdecken können.

 

Das älteste Miniaturauto der Sammlung von Albrecht Krenkel ist reichlich 100 Jahre alt. Der Motorwagen von 1906 orientiert sich in der Form an den ersten, noch kutschenartig aussehenden Automobilen. Auch die anderen Miniaturen tragen Modellcharakter, so dass ein Rundgang durch die Ausstellung einer Chronik der Fahrzeuggeschichte gleicht. Noch heute werden im Erzgebirge Miniaturen gefertigt, die sich jedoch an historischen Vorbildern orientieren und keine aktuellen Fahrzeugformen nachgestalten. Am Anfang des 20. Jahrhunderts als Spielzeug entworfen, sind sie zu heißgeliebten Objekten von Sammlern geworden.

Einer der begeisterten Sammler ist Albrecht Krenkel aus Burgstädt. In den 1980er-Jahren fand er im Haus seiner Eltern eine Kiste mit beschädigten Miniaturen. Fasziniert von der Feinheit und detaillierten Darstellung, reparierte er die Fundstücke und hielt Ausschau nach weiteren Miniaturen, die zu DDR-Zeiten nur selten zu erwerben waren. Nach 1990, als durch den einsetzenden Renovierungsboom die Böden geräumt wurden, besuchte er regelmäßig die Flohmärkte und baute so seine beachtliche Sammlung auf, wovon sich der Besucher in der Ausstellung überzeugen kann.

Dass um die Wende zum 20. Jahrhundert sich das Kleinspielzeug zu einer selbständigen und bald auch den Markt mitbestimmenden Warengruppe entwickelte, resultierte nicht nur aus der Faszination am Kleinen sondern wurde durch handfeste ökonomische Zwänge bestimmt. Von 1870 bis 1900 hatte sich der Festmeterpreis bei Fichtenholz mehr als verdoppelt. Wichtige Importländer veränderten ihre Zollpolitik. Beurteilt wurde nicht der Wert eines Objektes, entscheidend war das Gewicht. Mit der Herstellung von Miniaturen reagierte das Handwerk im Erzgebirge auf die Veränderungen am Weltmarkt und konnte überleben.

Auch heute müssen die Spielzeughersteller des Erzgebirges auf aktuelle Entwicklungen reagieren. Für Sammler und Liebhaber des Kleinen und Feinen werden auch gegenwärtig Miniaturen hergestellt. Einigen Werkstätten begegnen die Besucher in der Ausstellung.

Quelle: https://www.pirna.de