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LAILAH - Lieder der drei abrahamitischen Religionen Judentum, Christentum und Isalm – Palais im Großen Garten Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Chasan Jalda Rebling (Berlin), Maria Jonas (Köln) und Miriam Amer (Berlin) - Gesang
Bassem Hawar - Djoze (irakische Kniegeige)

 

LAILAH ist ein interkulturelles-religiöses Projekt, welches die Grenzen zwischen den drei Religionen Judentum, Christentum und Islam musikalisch überschreitet, um zu ihren antiken Ursprüngen zurückzukehren. Gemeinsamkeiten werden entdeckt, ohne die Verschiedenheit der Wege aufzugeben. Im Zentrum steht der musikalische Dialog, bzw. Trialog. Was alle miteinander teilen können, sind musikalische Wurzeln, die auf gemeinsame modale Ursprünge zurückgeführt werden können. Hier beginnt die Entdeckungsreise.
Ausgangspunkt sind die Psalmen, die im jüdischen wie christlichen Leben einen wichtigen Platz einnehmen. Das Wort “Psalm” leitet sich vom griechischen Wort “psalmos” her und meint ein Lied, das unter Begleitung eines Saiteninstrumentes gesungen wird. Das Judentum spricht vom “Buch der Lobgesänge”. Es sind Lobgesänge, die zu den festgesetzten Gebetszeiten in der Synagoge und zu Hause gesagt (gesungen) werden. Sie sind im Alltag der Menschen bis zum heutigen Tag vertraut. Im christlichen Kontext haben die Psalmen ihren Platz im Gottesdienst und im Stundengebet. Die ersten Christen haben die festen Gebetsstunden der Juden übernommen und so entstand für das Klosterleben im Mittelalter bis heute ein fester Tagesrhythmus.

Im Heiligen Qur'an finden sich keine Psalmen, doch an zwei Stellen werden die Psalmen (arabisch: Zabur) namentlich erwähnt: “Wir gaben dir eine Offenbarung, wie Wir Noah und den Propheten nach ihm offenbart haben. Und Wir offenbarten (auch) Abraham, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen, Jesus, Hiob, Jonas, Aaron und Salomo. Und Wir ließen David die Psalmen zukommen”.

Zudem kann man eindrückliche Parallelen in Stilistik und Motivik zwischen vielen Suren und Psalmen herstellen. Es lassen sich nicht weniger als 141 Psalmen-Reminiszenzen im Koran auflisten, die in der Forschung immer noch der gründlichen Auswertung harren. Einige dieser Aspekte herauszuarbeiten war und ist wesentlicher Bestandteil der (jahrelangen!) gemeinsamen Arbeit der Mitwirkenden.

In der jüdischer und orientalischen Gesangstradition wurde und wird das Wissen um die Melodien der Lieder von Mund zu Ohr weitergegeben, ganz in mittelalterlicher Tradition. Darum gibt es nur vereinzelte Aufzeichnungen jüdischer Musik vor dem 16. Jahrhundert. So sind die Melodien für die Psalmen (Tehilim), Sprüche der Väter (Mishli) und das Buch Hiob völlig verloren gegangen.

Im Orient hat sich diese orale Tradition bis heute erhalten und es gibt ebenso keinerlei Notationen für die Koranrezitationen. Im Christentum dagegen wurden die liturgischen Melodien ab ca. dem 9. Jahrhundert aufgeschrieben, zunächst in unlinierten Neumen. Heute sind wir im Westen ganz und gar abhängig von aufgeschriebener Musik.

Vom Boden rund um das Mittelmeer kamen die Propheten und pflanzten entlang der Küsten ihre drei Religionen: Judentum - Christentum - Islam. Das mediterrane Mosaik aus Vergangenheit und Gegenwart beschäftigt heute noch das Weltgeschehen.

Vielleicht können wir mit unserem gemeinsamen Singen den religiösen Nachbarn ein Stück näher kommen?

Quelle: http://www.offenes-palais.de