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Lesung |

Menschen auf der Flucht. Gestern und heute – Zentralwerk | Alle Veranstaltungen

 

Lesung aus Anna Seghers Roman "Transit" mit Ahmed Mesgarha und Gespräch mit Axel Steier, Kristina Milz und Anja Tuckermann

"Alles war auf der Flucht, alles war nur vorübergehend, aber wir wussten noch nicht, ob dieser Zustand bis morgen dauern würde oder noch ein paar Wochen oder Jahre oder unser ganzes Leben."

Tausende Flüchtende kommen 1940 von überall her nach Marseille, um Europa zu verlassen. Was alle verbindet: Warten, Resignation, Chaos. Hoffnung. Die Menschen sind auf der Jagd nach Einreise-, Ausreise- und Durchreisevisa, Aufenthaltserlaubnissen und Pässen, Informationen und Schiffspassagen. Sie hetzen durch das Chaos dieser Stadt am Meer, kämpfen gegen den bürokratischen Wahnsinn und verzweifeln. Ihre Wege kreuzen sich in den Cafés, in den Behörden, auf den Straßen. Die Menschen erkennen sich wieder und bleiben sich trotzdem fremd.

Anna Seghers schreibt ihren Roman "Transit" Anfang der 1940er Jahre auf der Flucht ins mexikanische Exil. Was sie darin erzählt, passiert auch jetzt. Ahmad Mesgarha, Schauspieler am Staatsschauspiel Dresden, liest aus "Transit" und lässt uns wundern aufgrund der Aktualität. All die Geschichten, Mühen und Kämpfe, Ängste und Hoffnungen sind Gegenwart. Auch das Sterben von Flüchtenden ist Gegenwart. Im Mittelmeer, an den Grenzen, in Europa.

In den letzten 25 Jahren starben mehr als 35.000 Menschen auf der Flucht oder danach. Ihre Namen sind meist unbekannt. Kristina Milz und Anja Tuckermann als Herausgeberinnen des Buches "Todesursache: Flucht" machen Menschen hinter dieser Zahl sichtbar und zeigen die Folgen europäischer Abschottungspolitik. Organisationen wie MISSION LIFELINE stellen sich gegen den Zynismus dieser Politik, indem sie im Mittelmeer in Seenot geratene Geflüchtete retten. Dieses Retten wird kriminalisiert; sie machen trotzdem weiter.

Das macht Mut. Denn wir alle können dem Leid und den Strapazen von Flüchtenden mit Solidarität begegnen und politischen Druck gegen Europas menschenfeindliche Flüchtlingspolitik aufbauen. Am Weltflüchtlingstag hören wir Geschichten von Flucht aus drei Perspektiven und diskutieren (Aus-)Wege und Möglichkeiten, für sichere Fluchtwege nach und ein menschenwürdiges Leben in Europa zu sorgen.

 Mit:
Ahmad Mesgarha // Schauspieler am Staatsschauspiel Dresden
Axel Steier // Gründer von MISSION LIFELINE
Kristina Milz und Anja Tuckermann // Herausgeberinnen von "Todesursache: Flucht. Eine unvollständige Liste"

Zeit: 20. Juni 2019 // 19:00 bis 21:00 Uhr
Ort: farbwerk e.V. im Zentralwerk (Souterrain), Riesaer Straße 32, Dresden

Der Eintritt ist kostenlos.