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Kunst |

PALOMA - Ausstellung des Bildenden Künstlers Michael Klipphahn – Kapelle Nordfriedhof | Alle Veranstaltungen

 

geöffnet an folgenden Tagen jewiels von 14 - 18 Uhr 18.08.2019,
25.08.2019, 08.09.2019, 15.09.2019
und gerne nach Vereinbarung: www.denkmalfort.de oder per Anruf unter 0177 563 33 12

Die Veranstaltung ist ein Projekt des Vereins Denk Mal Fort! e.V. – Die Erinnerungswerkstatt Dresden in Kooperation mit Michael Klipphahn

 

Ausgangspunkt der Ausstellungsidee von Michael Klipphahn ist seine Lektüre von Friederike Mayröckers Buch „Paloma“ gewesen, ein Schrift gewordenes Denkmal an einen vermeintlich Unbekannten in briefartigen Texten, die zwischen Mai 2006 und April 2007 datiert sind. Erinnerungsschichten werden darin literarisch in Bewegung gesetzt, ändern ihre Position, verkanten sich und drängen sich auf, Zeiten geraten durcheinander.

Der Titel des Buches und der Ausstellung bedeutet aus dem Spanischen übersetzt Taube. Mayröckers Werk kann ebenso als moderner Briefroman gelesen werden, dessen Idee im Versenden poetischer Botschaften besteht, wie Klipphahns gespenstische Plastiken als Sammlung poetischer Formen von Körpern gelesen werden können, die zwischen der Clubästhetik der 90er Jahre und den örtlichen Grabskulpturen lavieren. Die trockenhumorig-beiläufige Präsentation wird dabei von einem mehrstimmigen Chor begleitet, der zum einen auf die Vielstimmigkeit Mayröckers, zum anderen auf die Geräusche eines Taubenschlages rekurriert.

Große Mühlsteinkrägen aus Lack verweisen auf eine spanische Mode des 16. Jahrhunderts, in dem die Fraise die gehobene übergeschlechtliche Ausgehkleidung war. In der Ausstellung werden sie zu bildhaften Wandobjekten stilisiert, die an unbestimmte Fetischobjekte erinnern. Generell beschreiben Klipphahns als Phantome betitelte Werkreihen, gehärtete Kleidungsstücke mit Körperhohlräumen, nicht nur die Absenz echter menschlicher Akteur*innen, sondern verweisen auf deren Determination als bloßer Oberfläche. Generell ist das Thema der Arbeiten die Glätte als Signatur der Gegenwart, seien es die Smartphone- oder Desktopbildschirme, die Oberflächen fotografischer, plastischer oder malerischer Arbeiten oder sei es die Glätte als Bildmetapher.

Quelle: Denk mal fort!