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Entdeckung |

TYPISCH JENNY! – Staatsschauspiel Dresden - Kleines Haus | Alle Veranstaltungen

30.04.2019 19:00
Details www.staatsschauspiel-dresden.de
Ort Staatsschauspiel Dresden - Kleines Haus
Albertplatz (Bus 261, 305, 326, 328; Tram 3, 6, 7, 8, 11)
30/04/2019 19:00 30/04/2019 21:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de TYPISCH JENNY! Staatsschauspiel Dresden - Kleines Haus 38 DD/MM/YYYY
 

Hör doch mal auf zu heulen, das ist so typisch. / Und du musst immer deine Meinung loswerden. / Und du bist so ein Besserwisser. / Das ist so typisch, dass wir alle streiten. / Du bist selber typisch.

In den 60er Jahren gab es in einer US-amerikanischen Grundschule einen Versuch mit einer Schulklasse: 20 % der Schüler*innen wurden per Los ausgewählt und ihren neuen Lehrer*innen als hochbegabt vorgestellt. Am Ende des Schuljahres hatten diese Schüler*innen einen enormen Leistungsvorsprung gegenüber dem Rest der Klasse. Eine positive Einschätzung kann also zu positiven Ergebnissen führen und eine negative Einschätzung zu negativen Ergebnissen. Die Wissenschaft nennt das Pygmalion-Effekt – zurückgehend auf den antiken Mythos um den Bildhauer Pygmalion. Dieser meißelte sich eine weibliche Statue, um sich dann unsterblich in sie zu verlieben. Prompt wurde die Figur lebendig, und beide lebten glücklich bis an ihr Lebensende.

In der Schule sind wir über Jahre mit den Bewertungen und Urteilen unserer Lehrer*innen und Mitschüler*innen konfrontiert und bekommen unsere Rollen zugeschrieben. In TYPISCH JENNY! untersuchen die Schüler*innen einer achten Klasse den Pygmalion-Effekt in ihrem eigenen Umfeld: Wie werde ich Klassenclown*in, Streber*in, Schönling, Heulsuse, Mauerblümchen …? Kann ich deshalb nicht singen, weil mir meine Eltern das ständig einreden? Verpasse ich die Entwicklung meiner Talente und Interessen, weil diese nicht mit den Bildern von mir übereinstimmen? Wie kann ich aus diesem Spiel aussteigen? 

Ich komme nie raus aus meiner Rolle. Das wird sich wohl die ganze Schulzeit nicht ändern. Und keiner merkt, dass ich eigentlich gar nicht mehr so bin. Es interessiert die anderen ja auch gar nicht. Die Schule wechseln, das wäre die einzige Möglichkeit. Eine neue Klasse. Aber im Prinzip ist es doch überall gleich. In jeder Klasse gibt’s die „Stars“ und der Rest ist dafür da, die „Stars“ anzubeten!

Quelle: http://www.staatsschauspiel-dresden.de