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WELTRAUMAFFEN - Frei-Spieler – projekttheater dresden | Alle Veranstaltungen

 

Frei-Spieler Kollektiv

Spiel Bianka Elsner, Madlin Joffroy, Rosa Klug, Steffen Dille, Hannes Emmerich, Paul Förster, Paul Schneider
Leitung / Regie Christiane Guhr
Bühnen- und Kostümbild Julia Scholz & Manuel Radke HfBK
Licht Geohwan Ju HfBK
Sound Martin Zerrenner
Dramaturgie Mithilfe: Marcus Möller und Stephan Zwerenz

21.02.2020 20:00
Details www.projekttheater.de
Ort projekttheater dresden
Görlitzer Straße (Tram 13)
21/02/2020 20:00 21/02/2020 22:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de WELTRAUMAFFEN - Frei-Spieler projekttheater dresden 38 DD/MM/YYYY
22.02.2020 20:00
Details www.projekttheater.de
Ort projekttheater dresden
Görlitzer Straße (Tram 13)
22/02/2020 20:00 22/02/2020 22:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de WELTRAUMAFFEN - Frei-Spieler projekttheater dresden 38 DD/MM/YYYY
26.03.2020 20:00
Details www.projekttheater.de
Ort projekttheater dresden
Görlitzer Straße (Tram 13)
26/03/2020 20:00 26/03/2020 22:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de WELTRAUMAFFEN - Frei-Spieler projekttheater dresden 38 DD/MM/YYYY
27.03.2020 20:00
Details www.projekttheater.de
Ort projekttheater dresden
Görlitzer Straße (Tram 13)
27/03/2020 20:00 27/03/2020 22:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de WELTRAUMAFFEN - Frei-Spieler projekttheater dresden 38 DD/MM/YYYY
 

Hintergrund / Bezug / Anliegen
Der aktuelle gesellschaftliche Diskurs ist bestimmt von den rasanten technischen Veränderungen,
Cyberkriminalität, sozialer Verrohung, dem Phänomen von Verschwörungstheorien, neuen Männerbünden
wie den Reichsbürgern und von der Zerstörung der Umwelt im Namen des Kapitalismus. Alle diese
Themen sind in Chuck Palahniuks Roman „Fight Club“ zu finden. Daher ist es nur folgerichtig sich mit
dem 1997 erschienen und 1999 verfilmten Werk auseinanderzusetzen. Die Themen haben an Aktualität
nichts verloren und wurden unter anderem in der US-amerikanischen Serie „Mr. Robot“ von Sam Esmail
(2015-2019) weitergeführt.

Das Verlangen, die Gesellschaft zu verändern, steckt in vielen Menschen. Gerade jungen Menschen ist es
ein Verlangen ihre Umwelt zu gestalten, zu revolutionieren, vielleicht gar zu retten. In Zeiten des
Klimawandels, sozialer Ungleichheit und einer täglich rasanteren Entwicklung digitaler Prozesse und
Netzwerke, ist dies nur konsequent.

Ob und wie weit man in diesem Verlangen nach Veränderung über die Grenzen der Legalität schreiten
darf, ist die Frage, die unmittelbar folgt. „Fight Club“ und „Mr. Robot“ geben dabei radikale Denk- und
Handlungsansätze vor, die das bestehende Gesellschafts- und Finanzsystem ins absolute Chaos stürzen.
Relevant in der Auseinandersetzung mit Digitalisierung, technischem Fortschritt und Kapitalismus sind die
Ideen der ersten Internetpioniere und Kybernetiker, die von einem System ohne bekannte Grenzen
sprechen. Was in Folge vielleicht hieße, dass sich Technik und Internet zum Golem entwickeln könnten,
der seinen Erfindern am Ende ans Leben gehen will.

Der Filmemacher und Maler Lutz Dammbeck geht in seinem Dokumentarfilm „Das Netz“ (erschienen 2003) diesen Fragen auf den Grund. Er stellt einen der ersten „Gegenschläger“, den einstigen Havard-Mathematikprofessor Ted Kaczynski, in den Mittelpunkt, der (angeblich) mit Briefbomben vor allem das Schaffen von Wissenschaftlern und Fluggesellschaften stoppen wollte. Der sogenannte „Unabomber“ verfasste ein Manifest, in dem er behauptet, dass „...die Technisierung unserer Gesellschaft infolge der Industriellen Revolution desaströs für die Menschheit
gewesen sei, da hierdurch ein ‚System‘ entstehen konnte, welches, vertreten durch die machthabenden Eliten, mehr und mehr Einfluss auf den einzelnen Menschen nehme, was nicht nur eine Aushöhlung von Freiheit und Würde des Individuums, sondern auch konkrete psychische Probleme wie Depressionen und Burn-Outs zur Folge hätte.“ (Wikipedia). Ted Kaczynskis Manifest ist eine der Quellen für Chuck Palahniuks Roman „Fight Club“.

Letztlich aber steht im Zentrum des Romans „Fight Club“ das Schicksal und die Liebesbeziehung zweier
Außenseiter, einer Borderlinerin und einer multiplen Persönlichkeit. Diese kraftvolle und konfliktreiche
Beziehung stellt möglicherweise alles andere – von Weltrevolution über Verschwörungstheorien bis zum
Superhack – in den Hintergrund.

Besonderheit des Frei-Spieler Kollektivs
Die Arbeiten des Frei-Spieler Kollektivs zeichnen sich durch brennende Aktualität, Mut zu Komplexität,
zu Grenzüberschreitung, künstlerisch hochwertige Ausstattung und die Bearbeitung von vielschichtigen
Themengebieten aus. Das Kollektiv, bestehend aus künstlerisch Aktiven und bis dahin Nicht-Aktiven, sieht sich als Raum gebend für Experiment, Gestaltung, Denkansätze und Horizonterweiterung. Unbequeme gesellschaftliche
Themen und philosophische Ansätze sind legitim, Systeme dürfen in Frage gestellt werden. Es ist
Anliegen die Beteiligten und die Zuschauer zum sinnlichen Denken anzuregen. Die Barriere zwischen
denen auf der Bühne und denen auf den Sitzen ist niedrigschwellig – Kommunikation folgerichtig.

In der heutigen Kulturdebatte können Inszenierungen freier Kollektive in dem Umfang, mit dem wir
unsere Inszenierungen ausstatten, nicht realisiert werden. Die Folge sind häufig Zwei-Mann/-Frau-Stücke.
Doch sieben professionelle SchauspielerInnen, Bühne, Kostüm, Dramaturgie, Sound und Regie würden
das Budget einer freien Produktion sprengen. Sicher ist dies ein Grund dafür, dass sich das Frei-Spieler
Kollektiv in einer Nische angesiedelt hat, in dem es professionelle Arbeit mit Amateuren mit der Arbeit
Studierender der HfBK kombiniert. Aber auf diese Weise ist es uns in den letzten Jahren möglich gewesen,
gut ausgestattete Inszenierungen auf die Bühne zu bringen, gute Spieler auszubilden, gute Texte zu
erarbeiten und damit ein großes junges Publikum anzusprechen.

Es ist nicht zu hoch gegriffen Themen wie Terrorismus, RAF, Bewusstseinsbeeinflussung, Künstliche
Intelligenz, Wahnsinn und Drogen zu behandeln und dazu Autoren oder Regisseure wie Fassbinder, Koltés
und Godard heranzuziehen – um nur einige der Themen und Autoren vergangener Aufführungen zu
nennen. Es ist uns so gelungen Theater-fremde oder -neulinge für anspruchsvolles Theater zu begeistern,
auch indem wir unsere Themenschwerpunkte mit dem aktuellen Zeitgeist verwebten.

Mut zum Denken und zum Intellekt – in einer Stadt wie Dresden! Unsere Inszenierungen geben keine
vorgefertigten Antworten, aber sie wollen anregen eigene Meinungen zu bilden. Sie setzen sich mit der
kulturellen Identität und der jüngsten Vergangenheit auseinander, wollen Lust zum Nachdenken machen
und junge Leute mit Themen konfrontieren, mit denen sie vielleicht nicht zwangsläufig im Studium oder
in ihrem Alltag in Berührung kommen würden.

Kooperation mit der HfBK
Durch die Kooperation mit der HfBK ist die Arbeit des Kollektivs möglich. Die inszenatorisch
aufwendigen Produktionen – sie stehen einer professionellen Inszenierung in nichts nach – ähneln
vielleicht der Arbeit der Bürgerbühne Dresden, bieten Raum für erste angewandte Arbeiten der Bühnenund
Kostümbildstudierenden.

Dresden hat keine Schauspielhochschule wie etwa Leipzig, die es ermöglichen würde experimentierende
Kooperationen von Bühnenbild und Sprechtheater zu realisieren – auch diese Nische füllen wir.
Studierende finden in den Produktionen Raum für erste eigene Entwürfe, Experiment und Umsetzung aber
auch Erfahrungen im Umgang mit Schauspielern, Inszenierungsentwicklung, Beleuchtung und
Realisierung.

In den letzten Jahren hat es sich bewährt alle theaterausstattungsrelevanten Studiengänge wie Maske,
Kostümgestaltung, Bühnenplastik und Bühnenmalerei mit einzubeziehen.

Gefördert durch das Amt für Kultur und Denkmalschutz der Landeshauptstadt Dresden.

Quelle: labortheater