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Willkommen an Bord – Elbeschifffahrt in der Sächsischen Schweiz im 19. und 20. Jahrhundert – Stadtmuseum Pirna | Alle Veranstaltungen

 

Die Sonderausstellung im StadtMuseum Pirna widmet sich ausgewählten Facetten aus 200 Jahren Schifffahrtsgeschichte. Sie ist das Resultat der Zusammenarbeit mit einer Projektgruppe, die Schifffahrtsbegeisterte, Sammler und Historiker vereinte. Herausragende Exponate sind unter anderem verschiedene Schiffsmodelle, die originale Dampfsteuermaschine des Personendampfers „Schmilka“ und die Fahne des Postaer Schiffervereins.

 

Die Schifffahrt hat über Jahrhunderte die wirtschaftliche Entwicklung im Gebiet der Sächsischen Schweiz wesentlich geprägt. Um 1800 gab es von Pirna bis zur böhmischen Grenze in fast allen Elborten Schiffseigner, die mit ihren Kähnen verschiedene Kaufmannsgüter, Getreide oder Obst transportierten. Dazu gehörten auch die konzessionierten Steinschiffer, welche den Sandstein aus den Brüchen zu den Steinniederlagen und Baustellen befördern durften. Bei der Talfahrt setzten die Schiffe Segel. Auf der Rückreise mussten Arbeitskräfte gemietet werden, die mittels Zugleine vom Ufer aus das „Bergwärtsziehen“ entweder selbst betrieben oder Tiere zum Vorspann einsetzten.

Die aufkommende Dampfkraft im Zuge der Industrialisierung veränderte die Schifffahrtsverhältnisse grundlegend. Im Jahr 1833 ließ der Zuckersiedereibesitzer Heinrich Wilhelm Calberla in Krippen den Holzrumpf für einen Heckraddampfer bauen, der Maschineneinbau erfolgte in Hamburg.
1836 erhielten Dresdner Kaufleute ein Privileg zum Betreiben der Dampfschifffahrt. Am 6. August des Folgejahres erreichte das Dampfschiff „Königin Maria“ während einer Fahrt Pirna und erregte hier großes Aufsehen. Die Fahrgastschifffahrt nahm einen rasanten Aufschwung: Im Jahr 1861 verfügte die Dampfschifffahrtsgesellschaft bereits über zwölf Schiffe und 1865 wurden schon über eine Million Passagiere befördert. Zur 50-Jahrfeier des Unternehmens 1886 verkehrten bereits 22 Raddampfer, die auf der Elbe 61 Stationen bedienten und mittlerweile 2,2 Millionen Fahrgäste beförderten. Heute sind noch immer neun Raddampfer eine touristische Attraktion, seit 1994 ergänzt durch zwei große moderne Salonmotorschiffe.

Auch die Frachtschifffahrt erreichte neue Dimensionen. Im Jahr 1869 begann auf einem ersten Teilstück zwischen Merschwitz und Loschwitz die Kettenschleppschifffahrt. Im folgenden Jahr fuhren die Kettendampfer schon bis Schmilka. Später erwuchs dieser Technologie eine starke Konkurrenz in leistungsfähigen Seitenrad-Schleppdampfern. Der Elbausbau ermöglichte den Einsatz immer größerer Schiffe.

Quelle: Stadtmuseum Pirna