• Startseite
  • Veranstaltung
  • WOYZECK - von Georg Büchner
Kultur
Kalender
Dresden
und
Umgebung
21 Mittwoch
Mo. Di. Mi. Do. Fr. Sa. So.
29 30 31 01 02 03 04
05 06 07 08 09 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31 01
02 03 04 05 06 07 08
Schauspiel |

WOYZECK - von Georg Büchner – Staatsschauspiel Dresden - Großes Haus / Schauspielhaus | Alle Veranstaltungen

24.10.2019 19:30
Details www.staatsschauspiel-dresden.de
Ort Staatsschauspiel Dresden - Großes Haus / Schauspielhaus
Postplatz (Bus 94; Tram 1, 2, 4, 8, 9, 11, 12)
24/10/2019 19:30 24/10/2019 21:30 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de WOYZECK - von Georg Büchner Staatsschauspiel Dresden - Großes Haus / Schauspielhaus 38 DD/MM/YYYY
 

Der erst 23-jährige Georg Büchner entwirft wenige Monate vor seinem plötzlichen Tod am 19. Februar 1837 seinen WOYZECK. Mit diesem fragmentarischen Text wird erstmals in der dramatischen Literatur ein sozial Deklassierter zum Helden einer Tragödie – mit WOYZECK beginnt das moderne Drama. Büchners Woyzeck ist kasernierter Soldat, der sich durch Dienstleistungen etwas Geld verdient, um seine Geliebte Marie und ihr gemeinsames uneheliches Kind durchzubringen. Er ist ein Getriebener und Geschundener: vom Doktor zu medizinischen Experimenten missbraucht, vom Hauptmann verhöhnt, vom Tambourmajor verprügelt, hört er Stimmen, die ihn zum Mord antreiben, bis er schließlich Marie aus Eifersucht mit einem Messer tötet.

Grundlage der fiktionalen Handlung waren historische Gerichtsfälle, einer von ihnen ist der des Johann Christian Woyzeck, der am 21. Juni 1821 seine Geliebte Johanna Christiane Woost mit einer abgebrochenen Degenklinge erstochen hatte. In diesem Mordprozess ging es vor allem um die Schuldfähigkeit des Ange­klagten, die in zwei Gutachten überprüft wurde: war er geistig unzurechnungsfähig oder verfügte er über einen freien Willen und war damit schuldig?

Büchner greift diese Frage auf und gibt ihr eine philosophische Dimension, in dem er die Willensfreiheit des Einzelnen, die seit Immanuel Kant Grundlage unserer aufgeklärten Moral und Rechtsordnung ist, in Zweifel zieht. Sein Woyzeck versucht, eine verrückte, ausbeuterische Welt, in der er auf der untersten Stufe steht, zu verstehen, um in ihr bestehen zu können und scheitert daran. Aber die ‚Wunde Woyzeck‘ bleibt: „Immer noch rasiert Woyzeck seinen Hauptmann, isst die verordneten Erbsen, quält mit der Dumpfheit seiner Liebe seine Marie, staatgeworden seine Bevölkerung, umstellt von Gespenstern.“ (Heiner Müller)

Quelle: www.staatsschauspiel-dresden.de