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Oper |

Otello – Semperoper Dresden | Alle Veranstaltungen

 

Otello

Giuseppe Verdi

Lyrisches Drama in vier Akten
Libretto von Arrigo Boito nach William Shakespeares Tragödie 
»Othello, the Moor of Venice«
In italienischer Sprache mit deutschen und englischen Übertiteln

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03.03.2018 19:00
Details www.semperoper.de
Alle in Semperoper Dresden
Theaterplatz (Tram 4, 8, 9)
03/03/2018 19:00 03/03/2018 21:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de Otello Semperoper Dresden 38 DD/MM/YYYY
09.03.2018 19:00
Details www.semperoper.de
Alle in Semperoper Dresden
Theaterplatz (Tram 4, 8, 9)
09/03/2018 19:00 09/03/2018 21:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de Otello Semperoper Dresden 38 DD/MM/YYYY
13.03.2018 19:00
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13/03/2018 19:00 13/03/2018 21:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de Otello Semperoper Dresden 38 DD/MM/YYYY
21.04.2018 19:00
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21/04/2018 19:00 21/04/2018 21:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de Otello Semperoper Dresden 38 DD/MM/YYYY
30.04.2018 19:00
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30/04/2018 19:00 30/04/2018 21:00 Kulturkalender Dresden info@kulturkalender-dresden.de Otello Semperoper Dresden 38 DD/MM/YYYY
 

So alt und doch so aktuell - Der neue Otello an der Semperoper Dresden

Nach der historischen Vorlage von Shakespeares „Othello, der Moor von Venedig“ kehrt der Feldherr Otello siegreich aus einer Seeschlacht gegen die Osmanen zurück und wird gefeiert. Vom Intriganten Jago manipuliert, tötet er seine geliebte Desdemona, von der er annimmt sie sei ihm untreu. Als er seinen Irrtum erkennt, ersticht er sich selbst.

Giuseppe Verdis Musik ergreift den Zuschauer von Anfang an, zieht ihn mittenrein ins Geschehen, reißt ihn förmlich mit. Augen und Ohren sind gefesselt: Da bläht sich ein hauchdünnes Tuch zu turmhohen Wellen auf, man hört das Meer brausen, den Wind stürmen. Christian Thielemanns Staatskapelle, vereint mit dem Staatsopernchor, verleiht dieser Eingangsszene das rechte Pathos. So theatralisch kann es weitergehen – geht es aber nicht. Das Regieteam um Vincent Boussard reduziert jetzt stark, die Augen haben lange Pausen, ehe es wieder etwas zu entdecken gibt. Pfiffig die Idee des riesigen Spiegels, in welchem sich das Liebespaar Otello, eindrucksvoll gegeben von Stephen Gould, und seine Desdemona, brilliant verkörpert durch Dorothea Röschmann, hinreißend ihrer Liebe versichern. Vielleicht ist dies aber auch hintergründig gemeint, dem Spiegelbild nicht allzu sehr zu trauen.

Jago, bei der Wahl zum Hauptmann übergangen, sinnt auf Rache und schmiedet einen perfiden Plan. Was vor Jahrhunderten funktionierte, funktioniert heute immer noch - eine eiskalt berechnete Intrige. Erst nur eine Andeutung, danach vermeintliches Dementi aber dann doch offene Hetze. Klingt irgendwie bekannt und es verwundert nicht, dass es in einer Katastrophe endet, enden muss.

Jago-Darsteller Andrzej Dobber, zunächst treuer Freund und Ratgeber Otellos, versteht es meisterhaft, das Dämonenhafte dieser Figur hör- und fühlbar zu machen. Eindrucksvoll getragen vom virtuosen Spiel der Sächsischen Staatskapelle. In seinem modernen Outfit fällt er schon rein optisch aus der Schaar der historischen Figuren heraus. Mit seiner Stimme als meisterhafter Verdi-Interpret sowieso. Ein Mensch, der für den persönlichen Vorteil über Leichen geht. Anders als in Shakespears Vorlage, entzieht er sich am Ende des Stücks durch Flucht seiner Bestrafung. Fast möchte man meinen - wie im wahren Leben.

Es kommt wie es kommen muss. Ist das Gift des Zweifels erst einmal ins Ohr geträufelt, ist ihm nur schwer zu widerstehen und das Unheil nimmt seinen Lauf. Andeutungen, Unausgesprochenes und falsch Verstandenes vertiefen die Kluft zwischen den Liebenden. Otello glaubt der Lüge Jagos und misstraut seiner Geliebten. Ein gestohlenes Taschentuch dient als Beweis der Untreue und Rechtfertigung für den Mord an Desdemona. Als der wahre Intrigant entlarvt und Otello sein Handeln bewusst wird, bringt er sich aus Scham selbst um. Im hochemotionalen Vierten Akt der Oper verschmelzen die Stimmen der Sänger förmlich mit dem Spiel der Kapelle. So herzzerreißend wird nur in der Oper gestorben. Es ist ein kurzer Augenblick der Besinnung, vielleicht, um der eigenen Ergriffenheit Herr zu werden, bevor der Premierenapplaus alles mit sich reist. 

quelle kulturreporter hk-ks