Von verschiedenen Seiten betrachtet – Herbstausstellung 2026
Ausstellung: September – 02. Dezember 2026
Ort: Neue Galerie Dresden, Hoyerswerdaer Straße 21, 01099 Dresden
Wie unterschiedlich lässt sich ein Kunstwerk betrachten? Dieser Frage widmet sich die Herbstausstellung „Von verschiedenen Seiten betrachtet“ in der Neuen Galerie Dresden. Zu sehen sind Werke von Künstlerinnen und Künstlern, mit denen die Galerie seit vielen Jahren oder besonders intensiv und erfolgreich zusammenarbeitet. Abstraktion trifft auf Figuration, Ernsthaftigkeit auf spielerische Leichtigkeit, gesellschaftliche Reflexion auf Humor. Die Unterschiede prägen nicht nur das Miteinander der Arbeiten, sondern eröffnen häufig schon innerhalb eines einzelnen Bildes mehrere Sichtweisen.
Bei Devin Miles’ „Blossom Icon“ wird das besonders anschaulich: Je nachdem, von welcher Seite man sich dem Werk nähert, erscheint ein anderes Motiv. Was zunächst wie ein eindeutiges Bild wirkt, verändert sich beim Vorübergehen. Erst der Wechsel des Standorts erschließt beide Ansichten – und macht den eigenen Blick zum Teil der Betrachtung.
Koroush Namazis „Behind the Surface III“ verlangt dagegen, genauer hinzusehen. Ausgangspunkt ist ein fragmentiertes Gesicht, hinter dessen äußerer Erscheinung sich eine farbintensive Welt aus Figuren, Zeichen und Details entfaltet. Einzelne Elemente lassen sich unabhängig voneinander betrachten, fügen sich im Gesamtbild jedoch zu neuen Zusammenhängen. Was verbirgt sich hinter der Oberfläche?
In David Tollmanns „Chloe“ steht ebenfalls das menschliche Gesicht im Mittelpunkt, doch der direkte Blick der Dargestellten trifft auf eine Komposition, in der sich Konturen, Zeichen und Farbflächen überlagern. Nähe und Verfremdung liegen hier eng beieinander. So bleibt offen, wie viel wir tatsächlich im Porträt erkennen und wie viel wir selbst hineinlesen.
Noch weiter in Richtung Abstraktion führt Julio Fernandez mit „Terra Incognita I“. Das großformatige Gemälde gibt kein erkennbares Motiv vor und ruft dennoch Bilder hervor: eine Landschaft, eine Schlucht, ein überdimensionales Auge oder exotische Pflanzen? Der Titel bedeutet „unbekanntes Land“ und lädt dazu ein, den eigenen Assoziationen nachzugehen. Was entdecken Sie darin?
Weitere Arbeiten von Ilona Schmidt, Henry Hadamzick, Gia Hung, Conny Niehoff, Yosi Losaij, Holger Mühlbauer-Gardemin, Christiane Middendorf, Andreas Garbe, Ilona Griss-Schwärzler, Bozena Ossowski, Maciej Cieśla und Petra Klos erweitern diesen Wechsel zwischen unterschiedlichen künstlerischen Haltungen und persönlichen Interpretationen.
Die Galerie lädt ein, die Ausstellung aus mehr als einer Perspektive kennenzulernen: durch einen Schritt zur Seite, den Blick auf ein übersehenes Detail oder die Rückkehr zu einem vermeintlich vertrauten Bild. Eine Auswahl der ausgestellten Werke wird auch online auf diekunstmacher.de präsentiert.