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23.07. 2024
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Stell dir vor, du stehst seit nunmehr einer Dekade an der Spitze der deutschsprachigen Musikwelt. Du hast einen Stil geprägt, hast Rapszene und Poplandschaft gleichermaßen hinter dich gebracht und die größten Bühnen des Landes bespielt. Dein Trophäen-Schrank platzt aus allen Nähten, jeder Schuss wird als Treffer gewertet, jedes weitere Album scheint deinen Legendenstatus ein Stück weiter zu akzentuieren. Marktforscher, Label-Vertreter und Manager raten an, einfach immer so weiter zu machen - bloß keine Experimente, die den Königsstuhl zum wackeln bringen könnten. Und dann gehst du ins Studio, ignorierst bewusst die altgediente Erfolgsformel, setzt ohne jegliche Notwendigkeit alles auf Risiko und fabrizierst … Ein von Schreigesang und heulenden Gitarren durchzogenes Crossover-Album. Alligatoah hat genau das getan. Seine neue Platte »off« tritt dem Zeitgeist mit ohrenbetäubender Edgyness entgegen, gleicht einer LP-gewordenen Abrissbirne auf dem Pop-Olymp.

»off« ist das »Hybrid Theory« in Alligatoahs Diskografie. Es markiert auf mehreren Ebenen den konsequentesten musikalischen Bruch in seiner bald zwanzigjährigen Karriere, ist verwirklichter Kindheitstraum, logische Konsequenz, ambitionierte Challenge und kaum erwartbare Neuerfindung. Verstehen wir uns nicht falsch: Alligatoah hat sich in all den Jahren und über sämtliche Alben und Mixtapes hinweg immer wieder selbst überrascht. Er ist stets mit dem Anspruch angetreten, weiter zu wachsen, zu wagen, dazuzulernen - als Rapper, als Sänger, als Texter, als Producer, als Schauspieler, als Instrumentalist. Neu ist, dass er diesmal auf Albumlänge einen Crossover-Spagat riskiert; Einen Crossover-Spagat, der dem Mainstream-Sound unserer Zeit kaum ignoranter entgegengrätschen könnte und genau dadurch erfrischt.

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