Entdeckungen
CfP: Nexūs. Netzwerke in Wissenschaft und Gesellschaft Hochschultagung der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (DGEKW)
– Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW), Zentralgebäude-
Call for Papers
Die nächste Hochschultagung der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft (DGEKW) lädt dazu ein, Netzwerke als dynamische, spannungsgeladene und vielschichtige Gefüge in den Blick zu nehmen. Netzwerke bilden eine zentrale Organisationsform gesellschaftlicher, politischer, wissenschaftlicher und technologischer Prozesse – nicht nur als empirisch greifbare Strukturen, sondern auch in Bezug auf analytische Perspektiven und kulturelle Metaphern. Sie ermöglichen Kooperation, Mobilität und Teilhabe, sind aber zugleich von Spannungen, Ausschluss und Ungleichheit geprägt. Zudem ist die Arbeit mit und in Netzwerken konstitutiv sowohl für gegenwärtige empirisch-kulturwissenschaftliche Forschungen als auch in einer wissenschaftshistorischen Perspektive. 2026 können wir in Sachsen auf 100 Jahre institutionelle Verankerung unserer Disziplin zurückblicken. Bereits in der Frühphase der Akademisierung des Faches spielten Netzwerke eine zentrale Rolle bei Wissensgenerierung und Vermittlung. Die Hochschultagung adressiert sowohl wissenschaftliche Netzwerke als auch solche, die sich zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, Forschung und Praxis, Akteur:innen und Institutionen aufspannen. Ausgelotet werden soll, welchen Beitrag die praxeologischen, relationalen und reflexiven Zugänge von Empirischer Kulturwissenschaft / Kulturanthropologie / Europäischer Ethnologie / Volkskunde zum Verständnis dieser Konstellationen leisten und welche disziplinären Perspektiven sich zukünftig daraus ergeben können.Nicht zuletzt soll auf ihre Bedeutung als wissenschaftsstrategisches Instrument (auch in internationaler Perspektive) eingegangen werden. Insbesondere für den östlichen Teil Deutschlands können Kooperationen eine Reaktion auf universitäre und außeruniversitäre Leerstellen sein. Netzwerke sind nicht nur als Forschungsgegenstand von Interesse, sondern auch als methodisches Prinzip ethnografischer Forschung: Wie wird Wissen in vernetzten Kontexten erzeugt, zirkuliert oder blockiert? Welche Akteurskonstellationen und Machtverhältnisse werden verhandelt? Wo zeigen sich Spielräume – also Beweglichkeit, Anschlussfähigkeit, Flexibilität – und wo bzw. wodurch geraten Netzwerke unter Spannung – beispielsweise sichtbar durch Ein- und Angriffe sowie Countercultures?
Erwünscht sind Beiträge, die sich mit Netzwerken in ihrer sozialen, materiellen, diskursiven und symbolischen Dimension beschäftigen und dabei ethnografisch fundierte, historisch informierte und/oder theoretisch reflektierte Perspektiven entwickeln. Willkommen sind methodologische Überlegungen und konzeptuelle Analysen ebenso wie grenzüberschreitende und internationale Positionen.
Quelle: Institut für sächsische Geschichte und Volkskunde