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01.07. 2022
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Der Schweizer Songwriter Faber schreibt pointierte Songs, die gleichzeitig zum klügsten und
polarisierendsten gehören, was es in deutscher Sprache zu hören gibt. Zu seinem zweiten Album „I
fucking love my life“ (VÖ. 01.11.2019) geht er Anfang des kommenden Jahres auf „Promotour
2022“ durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Der Großteil der Termine ist bereits
ausverkauft und daher legt Faber nun nochmal nach und verlängert die Tour mit weiteren Konzerten
im nächsten Herbst!
Mit seinem Debütalbum „Sei ein Faber im Wind“ hat er 2017 den Startschuss für eine schon jetzt
beeindruckende Karriere gelegt: Drei ausverkaufte Tourneen, Headlinerslots auf geschmackssicheren
Festivals, Faber wurde von Kritik und Fans gleichermaßen gefeiert. Gemeinsam mit seiner Band
(Posaune & Percussion: Tillmann Ostendarp, Bass & Cello: Janos Mijnssen, Gitarre, Percussion &
Saxophon: Max Kämmerling, Piano: Silvan Koch), steht Faber nun schon seit Jahren gemeinsam auf
der Bühne. Und das hört man: Faber live – das groovt, ist trickreich, flüssig und klingt wie aus einem
Guss. Blindes musikalisches Verständnis.

Faber arbeitet eher wie ein beobachtender Schriftsteller, als dass er den in Deutschland so beliebten
authentisch-melancholischen Formatradio-Songwriter mit Dreitagebart gibt. Wegen dieser
Rollenspiele ecken seine Songs an. Und gleich die erste Singleauskopplung aus „I fucking love my life“
trägt den Titel „Das Boot ist voll“ und tut genau das. Sie polarisiert. Ein durchaus brutales Statement
gegen den Rückfall in düstere Zeiten, eine Kampfansage an die rechtspopulistischen Spinner, die
nicht nur in Deutschland aus ihren Löchern kriechen. Faber gesteht kurz nach Veröffentlichung ein,
dass er vielleicht zu weit gegangen ist: Nach Veröffentlichung des Songs ist er unzufrieden mit dem
drastischen Refrain und lässt ihn – gegen die Meinung seines Umfeldes – durch eine neue Version
ersetzen. In den Medien braut sich ein erster kleiner Sturm der Entrüstung zusammen.
Faber bringt die Ambivalenzen der Jetzt-Zeit auf den Punkt. Alles widerspricht sich. Die einen wollen
den Planeten retten, fahren aber mit dem SUV zum Biomarkt. Die anderen schauen Pornos, können
sich aber nicht mehr verlieben. Allein die Oberfläche gibt noch Halt. Sinn macht längst nichts mehr.
Und Faber steht daneben, ein Glas Wein in der Hand und versteht die Welt nicht mehr. Versteht sich
selbst nicht mehr. Und tut das, was er am besten kann: Er singt darüber. Bald auch endlich wieder
dort, wo er einfach hingehört: Auf der Bühne, in den Clubs, wenn es draußen dunkel ist. Gucci-
Anzug von ’96, vollgeschwitzt. Mit Rotweinflecken und Kippe im Mundwinkel. Eine Gitarre in der
Hand. Ein paar Zeilen, die so kein anderer schreibt. Mehr braucht er dafür nicht.

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