Lesung / Vortrag / Gespräch
‚Jugendstrafvollzug in der DDR‘ Einführung und Vortrag zur Ausstellung
Di | Gedenkstätte Bautzen-
Am 12. Mai 2026 um 18 Uhr gibt der Historiker und Autor Prof. Dr. Udo Grashoff eine Einführung in die aktuell in der Gedenkststätte gastierenden Ausstellung und trägt neue Forschungsergebnisse zum Thema „Makarenko und der Jugendstrafvollzug in der DDR“ vor.
Die sogenannten „Jugendhäuser“ waren Gefängnisse für Jugendliche, die in der DDR zu Haftstrafen verurteilt wurden. Die Wanderausstellung beleuchtet auf 16 Tafeln sowie anhand originaler Objekte anschaulich und gut verständlich die Realität hinter den Gefängnismauern. Im Mittelpunkt stehen der Haftalltag und die Bedingungen in den Jugendhäusern von Halle, Hohenleuben, Dessau und Torgau.
Die Unterbringung war geprägt von einem strengen Tagesablauf, Zwangsarbeit, militärischem Drill und systematischer Drangsalierung. Gleichzeitig zeigen die Berichte aber auch den Eigensinn und den Widerstandsgeist der jungen Inhaftierten. Machtmissbrauch durch das Aufsichtspersonal sowie eine brutale Häftlingshierarchie unterliefen den offiziell propagierten Erziehungsauftrag massiv.
Zahlreiche Fotos und persönliche Dokumente früherer Häftlinge vermitteln eindrückliche und bewegende Einblicke in das Leben junger Frauen und Männer hinter Stacheldraht und Gefängnismauern.
Die Ausstellung wurde vom Zeit-Geschichte(n)-Verein für erlebte Geschichte e.V. Halle erarbeitet in Kooperation mit Gedenkstätte Roter Ochse Halle, Erinnerungsort Torgau/Stiftung Sächsische Gedenkstätten, Thüringer Archiv für Zeitgeschichte „Matthias Domaschk".
Finanziert wurde die Ausstellung von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur, den Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur in Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie der Stiftung Sächsische Gedenkstätten.
Quelle: Gedenkstätte Bautzner Straße