Entdeckungen
MOON UNIT Film und Gespräch über den Umgang mit psychisch erkrankten Angehörigen
Mi | SocietaetstheaterMoonie wächst mit ihrer bipolaren Mutter in den Nullerjahren der Dresdner Neustadt auf, als sich die Chance für ein Auslandsjahr in Schottland auftut. Zwischen Verantwortungsgefühl und dem Drang, die Welt zu entdecken, muss Moonie sich entscheiden, ob sie den ersten Schritt in ihr ganz eigenes Leben wagt, auch wenn sie damit riskiert ihre Mutter für immer zu verlieren. MOON UNIT von Marlene Tanczik ist das subtile Porträt einer ganz normalen Jugendlichen – eine energiegeladene und humorvolle Geschichte über das Erwachsenwerden in Dresden. Ein rauer und gleichzeitig zärtlicher Film über eine aufwühlende Mutter-Tochter Beziehung und über das Glück, das irgendwo zwischen Verantwortung und Freiheit zu finden ist. Im Anschluss an die Filmvorführung möchten wir mit Expert*innen, Angehörigen und dem Publikum zu den Fragen des Films ins Gespräch kommen: Was bedeutet das Aufwachsen und das Zusammenleben mit psychisch erkrankten Familienmitgliedern für die Angehörigen? Welche Wege des Umgangs können sie finden? Wie kann sich das Umfeld hilfreich einbringen? Welche Anlaufstellen für Informationen und Austausch gibt es?
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»In Deutschland leben schätzungsweise zwischen drei und vier Millionen Kinder, deren Eltern an einer psychischen Erkrankung leiden. Sie können unter Gefühlen der Desorientierung, sozialem Rückzug, Ängsten und Schuldgefühlen leiden. Die Eltern selbst kämpfen oft mit Selbstzweifeln, Scham und der Angst, ihr Kind zu verlieren.« (Bundesverband der Angehörigen psychisch kranker Menschen e.V.)
Die Schauspielerin und Regisseurin Marlene Tanczik wurde 1993 geboren und ist in Dresden aufgewachsen. Der Kurzfilm MOON UNIT ist ihr Debüt hinter der Kamera. Das Drehbuch, das sie zusammen mit Nils Hohenhövel geschrieben hat, ist an den Langfilm-Stoff angelehnt, für den Marlene Tanczik 2024 beim Filmfest München mit dem Tankred-Dorst-Preis ausgezeichnet wurde.Quelle: Societätstheater