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18.02. 2026
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  • Karl-Josef Kuschel
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Stefan Zweig (1881–1942) war einer der meistgelesenen Autoren seiner Zeit. Nach den Schrecken des Ersten Weltkriegs verstand er sich als Europäer und Weltbürger, nicht nur aus einem humanistischen Bildungsideal heraus. Er leitete sein Weltbürgertum bewusst aus seiner jüdischen Herkunft und den Quellen des Judentums ab. »Unser Geist ist Weltgeist«: Mit diesem Programmsatz ermutigte Zweig die Juden und Jüdinnen seiner Zeit, die (erzwungene) Zerstreuung unter die Völker als Aufgabe zu begreifen. Als Auftrag, den wachsenden Nationalismus zu bekämpfen und für ein völkerverbindendes Weltbürgertum einzutreten. Karl-Josef Kuschel erzählt auf der Basis der Werke und autobiografischen Zeugnisse vom Drama des Stefan Zweig in Zeiten des anwachsenden Antisemitismus, das sich am Ende zu einer Tragödie zuspitzte. Zugleich zeigt er auf, dass universalistisches Denken auf den Spuren Zweigs im heutigen Judentum auch nach der Schoa lebendig geblieben ist. Erstmals erscheint in der Zweig-Forschung eine umfassende und spannend geschriebene Studie über einen Dichter, dessen Werk bekannt, aber dessen Verständnis vom Judentum vielen nahezu unbekannt ist. Karten zu 7 bzw. 5 € (ermäßigt) sind in der Kamenz-Information sowie an der Abendkasse erhältlich bzw. können telefonisch unter 03578/379205 oder per Mail (kamenzinformaton@kamenz.de) reserviert werden.
Karl-Josef Kuschel, Jahrgang 1948, hatte von 1995 bis 2013 Professur für „Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs“ an der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Tübingen inne und war Ko-Direktor des Instituts für ökumenische und interreligiöse Forschung. 1997 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Universität Lund/Schweden verliehen. Er ist Mitglied im Kuratorium der Stiftung Weltethos (Tübingen).
2015 erfolgte die Berufung in den Stiftungsrat zur Vergabe des Friedenspreises des deutschen Buchhandels und die Wahl zum Präsidenten der Internationalen Hermann Hesse Gesellschaft. 2019 wurde ihm der „Theologische Preis“ der Salzburger Hochschulwochen an der Universität Salzburg für das theologisch-literarische „Lebenswerk“ verliehen.
Seit 2019 ist er Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Der Schwerpunkt seiner Forschungen und Publikationen liegt auf dem Gebiet Religion und Literatur sowie zur „Theologie des interreligiösen Dialogs“ mit dem Schwerpunkt: Judentum, Christentum, Islam sowie zum Thema „Weltreligionen im Spiegel der Literatur“.

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