Wer alleine weiter weiß, hat Krise nicht verstanden. Und glaubt vielleicht noch, die Welt sei eine Bühne der egozentrischen Selbstbehauptung. Nichts belästigt unser Zusammensein so sehr wie der kapitalistische Befehl, sich als etwas Besonderes zu produzieren. Die Akteur*innen dieses Abends stemmen sich dagegen. Sie suchen einen Ort des Sich-Fühlen-Könnens durch Beziehungsfürsorge. Aber wie geht das, wenn die Strukturen, mit denen wir uns Gewalt antun, auch in uns liegen? Es ist eine Feier des Scheiterns und Nicht-Weiterwissens. Witzig. Kurz, aber prall voll. In einem Reigen von Sprachzerstörung und Rekonstruktion, musikalischer Trance und Licht eröffnet das Stück einen atmosphärischen Raum zwischen Abstraktion und Nähe. Wann wird das Sprechen über Gefühle ein politischer Akt? Wann die Cappuccino-Bestellung ein verbaler Hindernislauf mit Stolpergefahr?
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Die Inszenierung erkundet, was es heißen könnte, sich in Frage stellen zu lassen, um trotz Machtstrukturen ein Selbst zu werden. Sie versucht den Ausbruch aus einer überkomplexen Welt durch die radikale Anerkennung der eigenen Verlorenheit: Wer nicht weiter weiß, hat recht! Was muss geschehen, damit das Gefühl der Verlorenheit in kollektive und beziehungsorientierte Sorge überführt wird?
Quelle: Societätstheater
Termine
- 16.04.2026 20:00 Societaetstheater
- 17.04.2026 20:00 Societaetstheater