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03.12. 2021
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  • Hochschule für Bildende Künste (c) kuka

Mit der Ausstellung: Fliegendes Klassenzimmer verabschiedet sich Prof. Martin Honert zum Ende seiner dreiundzwanzigjährigen Lehrtätigkeit an der HfBK Dresden. Der 1953 in Bottrop geborene Künstler wurde 1998 an die Dresdner Kunstakademie auf eine Professur für dreidimensionales Gestalten berufen.

Wiederkehrendes Thema seines umfassenden künstlerischen Werkes ist die Erinnerung an die eigene Kindheit und Jugend, die er nicht nacherzählt sondern als Teil von übergreifenden Konstruktionen des kollektiven Erinnerns in Bildern versteht. Es geht darum in der persönlichen Erinnerung das Allgemeine aufzuzeigen und so das Erinnern der Betrachter selbst anzuregen.

In diesem Sinne ist auch die Arbeit „Fliegendes Klassenzimmer“ zu verstehen, die im Oktogon zu sehen ist. Sie entstand 1995 als Honerts Beitrag für die Biennale Venedig. Die Arbeit nimmt Bezug auf den Kinderbuch- Klassiker Erich Kästners (Das fliegende Klassenzimmer, 1933). Die Illustrationen schuf Walter Trier. Honert verdichtet hier in einer vielfigurigen Skulpturengruppe das im Buch beschriebene komplexe Geschehen in einen einzigen Moment. 

Weitere Quellen der Erfindungen von Marin Honert sind oft Fotografien aus seiner Kinder-und Jugendzeit, die er im katholisch geprägten Ruhrgebiet verbrachte. Fotografien der eigenen Biographie oder von zeitgleichen Ereignissen wie der Zusammenkunft einer „Versehrtensportgruppe“ in einem Schwimmbad. In lebensgroßen Plastiken stellt Martin Honert hier nicht das erlebte Geschehen, sondern die davon überlieferte Presse-Fotografie als Skulptur nach. Das Werk stellt die Frage, inwieweit mediale Vermittlung Erinnerung stiftet und so deren Realität überformt.

In einem der Pentagone rekapituliert Honert seine Lehrtätigkeit an der Hochschule, indem er die Chronologie seiner Lehrveranstaltungen Semester für Semester in Form  computergenerierter Einladungen an die Studierenden zeigt. Hier wird Honerts Bedeutung als künstlerischer Hochschullehrer deutlich.

Parallel zu seiner Professur war Martin Honerts künstlerische Arbeiten in zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen zu sehen. Dem Dresdner Publikum stellte er sich  u.a. im Jahr 2007 in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und 2009 in der Galerie Gebrüder Lehmann vor.

Die Ausstellung wird großzügig von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden gefördert. Seit vielen Jahren unterstützt sie künstlerische Projekte und Stipendien, darunter seit über 20 Jahren das Hegenbarth-Stipendium für Meisterschülerinnen und Meisterschüler der HfBK Dresden. „Gern fördern wir Arbeits- und Präsentationsplattformen für junge Talente und gestandene Kreative. Das schafft künstlerische Vielfalt in unserer Stadt und der Region. Besonders freut es uns, einen so brillanten Künstler und herausragenden Lehrer wie Martin Honert würdig bei seiner Ausstellung Das fliegende Klassenzimmer unterstützen zu können.“ (Petra von Crailsheim, Stellvertretendes Vorstandsmitglied, Ostsächsische Sparkasse Dresden)

Weitere Unterstützung erfährt die Ausstellung durch das Institut für Auslandsbeziehungen, die Galerie Esther Schipper, die Sammlung neue enden und die Galerie Gebr. Lehmann.

Martin Honert
*26. Mai 1953 in Bottrop, NRW
lebt und arbeitet in Düsseldorf und Dresden
1975-1981 Studium künstlerisches Lehramt GH Essen
1981-1988 Studium Staatliche Kunstakademie Düsseldorf
Meisterschüler von Prof. Fritz Schwegler
1998-2021 Professur für dreidimensionales Gestalten an der Hochschule für Bildende Künste Dresden

Abschiedsausstellung von Martin Honert "Fliegendes Klassenzimmer"
15. 10. – 5.12.2021
Oktogon, Kunsthalle der HfBK Dresden
Di – So 11 – 18 Uhr

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