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03.12. 2022
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Es ist bekannt, dass der technische Fortschritt der Zivilisation immense Auswirkungen auf verschiedenen Ebenen hat. Diese machen sich meist erst mit Verzögerung bemerkbar. Die Bibel kategorisiert in "Gut & Böse", um zu begründen, warum schon die ersten Menschen ihre Welt verlassen mussten.

Darauf Bezug nehmend entwickelt der Künstler Alabaster Becher seine künstlerische Position unter dem Titel „Mischwesen - Ohne Angst und ohne Hoffnung“: Der Mensch, verstanden als Spezies, akzeptiert diese zerstörerischen Prozesse nicht, weil er "böse" ist oder "Böses" will. Sondern weil ihm ein Forschergeist innewohnt, der für seine Seinsart konstitutiv ist. Ein unbezähmbares, imposantes Interesse an den Grenzen des Möglichen und daran, wie weit sie sich noch dehnen lassen.

Die in der aktuellen Ausstellung gezeigten Arbeiten sind kleine Einblicke in einzelne Serien des über die Jahre gewachsenen Bilderkanons. Alle Serien sind sowohl thematisch als auch in ihrer Materialität miteinander verwandt. So avancieren beispielsweise die von den "brainworks-Silhouetten" übrig gebliebenen Papierschnipsel, die in der Serie "i'd like to rent some bodyparts" zum analogieschaffenden Element. Die Reste der einen Serie werden zum zentralen Motiv der anderen. Sie suchen, jeweils aus einem anderen Blickwinkel, eine Annäherung an den thematischen Kern. Dabei will er nicht moralisieren. Die binäre Kategorisierung zwischen "Gut & Böse" wird nicht bedient, noch wird eine Lösung entworfen. Er dokumentiert lediglich die Faszination des Erkenntnisgewinns durch Beobachtung in der elaborierten Art der menschlichen Spezies.

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