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17.06. 2024
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Lesung / Vortrag / Gespräch

Subalternität Die Geschichte einer Idee und die Idee der Geschichte

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Keine Termine

Referentin: Prof. Dr. Nikita Dhawan (TU Dresden)

In meinem Vortrag werde ich die Ansätze der Historiker:innen der südasiatischen Subaltern Studies skizzieren, die versuchten die Stimme der zum Schweigen gebrachten Gruppen wiederherzustellen, indem sie sich auf die "leisen Stimmen der Geschichte" konzentrierten (listening to the small voice of history). Diese Arbeiten werden mit Gayatri Chakravorty Spivaks Ausführungen kontrastiert, die wiederum die Grenzen des Projekts einer "Geschichte von unten" (history from below) aufzeigen. Eines der Schlüsselprobleme kritischer Gesellschaftstheorie ist die Frage, warum nichthegemoniale Gruppen ihrer eigenen Unterdrückung zustimmen. Auf Antonio Gramsci rekurrierend bietet Spivak einen aufschlussreichen Einblick in die ideologische Subjektkonstitution der Subalternen, die ihre eigene Unterwerfung als quasi unentrinnbares Schicksal annehmen. Es fehlt den Subalternen gewissermaßen das Verständnis ihrer selbst als Träger:innen politischer Rechte. Sie akzeptieren ihre politische und ökonomische Marginalisierung als normal und gerechtfertigt. Der Vortrag fragt nach den Beitrag, den die Geschichtsschreibung zu Prozessen der Dekolonisierung und Desubalternisierung leisten kann.

Nikita Dhawan ist Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an der TU Dresden. Ihre Forschungs- und Lehrschwerpunkte sind globale Gerechtigkeit, Menschenrechte, Demokratie und Dekolonialisierung. 2017 erhielt sie den Käthe-Leichter-Preis für herausragende Leistungen in der Frauen- und Geschlechterforschung sowie für die Unterstützung der Frauenbewegung und die Verwirklichung der Gleichstellung der Geschlechter. Ausgewählte Publikationen: Impossible Speech: On the Politics of Silence and Violence (2007); Reimagining the State: Theoretical Challenges and Transformative Possibilities (Hrsg., 2019); Rescuing the Enlightenment from the Europeans: Critical Theories of Decolonization (im Erscheinen). Im Jahr 2023 erhielt sie die Gerda-Henkel-Gastprofessur an der Stanford University und das Thomas Mann Fellowship.

Der Vortrag ist Teil des HAIT-Kolloquiums Geschichte als Gesellschaftskritik – ist sie noch möglich? im Sommersemester, organisiert und moderiert von Prof. Dr. Thomas Lindenberger.

Das Kolloquium findet im Festsaal (TIL 205) und hybrid via Zoom statt. Für die Anmeldung wenden Sie sich bis zum 27.05.2024 bitte unter Angabe Ihres vollständigen Namens an:
hait@tu-dresden.de
Der Registrierungslink wird Ihnen separat einige Tage vor Beginn der Veranstaltung zugesandt.

 

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