Lady Di starb am 31. August 1997 in Paris. In diesem rasanten Bühnen-Essay wird die Princess of Wales zum Aufhänger für einen Abgesang auf eine untergehende Epoche brutaler Sorglosigkeit. Basierend auf Interviews mit Personen, deren Erzählungen Parallelen zu Aspekten der Lady Di-Story aufweisen, entsteht ein vielstimmiger Prinzessinnenchor. In dem Kaleidoskop von Stimmen erscheint ganz leibhaftig und anwesend im Zuschauerraum: eine ehemalige Imamin, deren Biografie erstaunliche Synchronizität mit der von Diana aufweist.
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Auf der Bühne drei Gestalten, die alle behaupten, die echte Lady Di zu sein - und eine erschreckend realistische Lady Di-Puppe. Eine Marienerscheinung? Die »echte« echte Diana aus der Nachwelt? Jedenfalls hat sie als aus totem Material hergestellte Kunstfigur im Bedeutungsfeld von Authentizität, Selbst, Echtheit, Avatar und Prägung die besten Karten! Inklusive des Publikums werden irgendwann alle zu Lady Di und diese kollektive Lady Di entpuppt sich schließlich als Metapher einer an Perspektivlosigkeit und eigener Schuld krankenden Wohlstandsgesellschaft, die herumirrt zwischen sinnentleertem Erfolgsstreben, hilflosem Charity-Gebaren, verzweifeltem Aktionismus und Neo-Spiritualität. Eine Wohlstandsgesellschaft, die offensichtlich keinen anderen Ausweg aus ihrem von nach innen und außen gerichteter Gewalt geprägten goldenen Käfig findet, als sich selbst vernichtend an die Wand zu fahren.
Quelle: Societätstheater