Mit »Welcome« präsentiert die Dresden Frankfurt Dance Company – seit dieser Saison unter der künstlerischen Leitung von Ioannis Mandafounis – im Festspielhaus Hellerau ein spannungsreiches Doppelprogramm: In »Wesenwelt« beschäftigen sich die norwegische Choreografin Kristin Ryg Helgebostad und ihre Landsmännin, die Komponistin und Glockenspielerin Laura Marie Rueslåtten, damit, wie jede:r Einzelne unverzichtbarer Teil eines komplexen, sich ständig wandelnden Ganzen ist. »Warpscapes«, in der Choreografie des in Berlin lebenden Rumänen Sergiu Matis, thematisiert aktuell bewegende Fragen wie Klimanotstand und Verlust der Biodiversität. Die Tänzer:innen machen die dauerhafte Bewegung deutlich, in der sich die Umwelt befindet, und legen dabei die empfundene Dringlichkeit offen, einen radikalen Wandel in einer Gesellschaft herbeizuführen, der ein Massenaussterben droht.
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Der Tanz der DFDC ist ebenso sehr mit dem klassischen Tanz verbunden, wie mit anderen Entwicklungen der zeitgenössischen Tanzgeschichte. Der Doppelabend „Byways“ kombiniert ein Stück von Ioannis Mandafounis, mit dem er in die Tanzgeschichte eintaucht, und ein neues Werk von Rosalind Crisp, die international dafür bekannt ist, wie sie die Konventionen von Tanzaufführungen aufbricht.
„Eins vor, zwei zurück“, Ioannis Mandafounis
So sehr Ioannis Mandafounis von den Innovationen der Tanzimprovisation der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beeinflusst ist, so sehr ist sein künstlerischer Weg doch auch der eines Balletttänzers. Um diesem doppelten Erbe Tribut zu zollen, kreiert er ein neues Werk für eine kleine Besetzung, das die klassische Tanztechnik mit der Entwicklung der Tanzimprovisation und seiner eigenen Methode der Live-Choreografie kontrastiert. Tänzer des Ensembles treffen dafür auf den Tänzer Jón Vallejo, Erster Solist des Semperoper Ballett. Es geht tief hinein in die Tanzgeschichte und auch in die Lebensgeschichte eines Tänzers. Die Leidenschaft, der Biss, die Ausdauer, der Glamour, die Zweifel, die Triumphe und die Verletzungen – es ist alles fiktiv und alles ist wahr.
„Seen Unseen“, Rosalind Crisp
Rosalind Crisps künstlerische Leidenschaft ist es, mit kompositorischen Mitteln Bewegungen zu „vergessen“ und stattdessen zu zeigen, wie sie sich immer wieder neu bilden können, wenn sie von festgelegten Mustern und Bedeutungen befreit werden. Sie arbeitet mit der ständigen Veränderlichkeit, die mit der Realität unserer materiellen Körper verbunden ist – und die immer deutlicher eine Welt widerspiegelt, die dabei ist, sich aufzulösen. Ihre kompositorischen Mittel laden die Tänzer*innen dazu ein, diese ständige Veränderung aufzunehmen, nachzubilden und zu vermitteln.
Es geht ihr dabei nicht um das psychologische Erleben, sondern um den Körper. Ein Prinzip, das diese Verletzlichkeit ermöglicht, ist, sich an den Übergängen aufzuhalten, in denen etwas weder das eine noch das andere ist. So richtet sich die Aufmerksamkeit des Publikums darauf, wie Bewegung entsteht, und nicht auf die einzelnen Bewegungen. In Crisps Praxis sind Brüche ebenso gültig und wichtig wie der Flow. Das Werk wird in einem Setting präsentiert, in dem das Publikum sich im Raum bewegen und den Tänzer*innen nahekommen kann. Der Pianist und Komponist Frédéric Blondy wird live improvisieren und den Tanz mit seinem ebenso körperlichen Klavierspiel bereichern.
Quelle: Hellerau Europäisches Zentrum der Künste
Termine
- 06.02.2026 20:00 HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste
- 07.02.2026 20:00 HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste
- 08.02.2026 16:00 HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste
- 12.02.2026 20:00 HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste
- 13.02.2026 20:00 HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste
- 14.02.2026 20:00 HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste
- 15.02.2026 16:00 HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste